"Klick mich"-Streit : Niedersachsen-Piraten legen Schramm Rücktritt nah

20.09.2012 18:19 Uhrvon
Hat sich bei einigen Parteikollegen unbeliebt gemacht: Julia Schramm. Foto: dapd
Hat sich bei einigen Parteikollegen unbeliebt gemacht: Julia Schramm. - Foto: dapd

Gestern stellte sich der Bundesvorsitzende im Streit um illegale Downloads ihres Buchs "Klick mich" vor Julia Schramm - nun fordert der Landesvorstand der niedersächsischen Piraten sie auf, die E-Book-Version kostenfrei zu machen - oder zurückzutreten.

Der Landesvorstand der Piratenpartei Niedersachsen hat Julia Schramm aufgefordert, den Download ihres Buches "Klick mich" kostenfrei zu machen - oder von ihrem Amt als Beisitzerin des Bundesvorstands zurückzutreten. Das geht aus einem offenen Brief hervor, den der Landesvorsitzende Andreas Neugebauer gemeinsam mit seinen fünf Vorstandskollegen am Donnerstag veröffentlichte.

Die Diskussion um Schramms Buch "Klick mich" schade dem Landesverband Niedersachsen in besonderer Weise: "Gerade auch im Hinblick auf unsere geplante Wahlkampfkampagne zum Thema 'Urheber-, Markenschutz- und Patentrecht' stehen wir momentan im Licht der Öffentlichkeit sehr schlecht da", so das Schreiben wörtlich.

Daher solle die E-Version des Buches umgehend unter einer Creative-Commons-Lizenz frei zugänglich gemacht werden. "Sollte Dir dies nicht kurzfristig möglich sein, empfehlen wir Dir den nächsten richtigen Schritt zu gehen, um die Glaubwürdigkeit gerade in einem wichtigen Kernthema der Piratenpartei zu behalten: Rücktritt."

Das Buch, das am Montag veröffentlicht wurde, hatte aufgrund des Vorgehens von Verlag und Autorin gegen illegale Downloads für Diskussionen gesorgt. Schramm gilt innerhalb der Piratenpartei als eine der vehementesten Kritikerinnen des geltenden Urheberrechts. Allein die Tatsache, dass Schramm an einem Buch schreibt, hatte in den vergangenen Monaten wiederholt für parteiinterne Diskussionen gesorgt.

Am Mittwoch hatte Bundesgeschäftsführer Johannes Ponader allerdings betont, dass das derzeitige Vorgehen Schramms mitnichten im Widerspruch zu den politischen Forderungen der Piraten stehe: "Das eine ist die politische Forderung, das andere die Realität eines Autoren heutzutage", so Ponader im Fernsehsender "N24". Erst, wenn Verlage Autoren andere Vergütungsmodelle anböten, ändere sich die Situation grundlegend.

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