Krim-Streit zwischen Ukraine und Russland : Julia Timoschenko: Krim-Referendum auf keinen Fall anerkennen

Während ihres Aufenthalts in Berlin spricht Julia Timoschenko mit dem Tagesspiegel über den Streit um die Krim zwischen Russland und der Ukraine.

Nina Jeglinski
Die ukrainische Oppositionsführerin Julia Timoschenko.
Die ukrainische Oppositionsführerin Julia Timoschenko.Foto: dpa

Die frühere ukrainische Ministerpräsidentin Julia Timoschenko fordert von den USA eine kritischere Haltung gegenüber dem russischen Präsidenten Wladimir Putin. „Dieses aggressive Machtstreben gegenüber der Ukraine birgt nicht nur eine Gefahr gegenüber dem ukrainischen Staat, auch andere Teile Osteuropas sind gefährdet“, sagte die 53-Jährige Politikerin, die derzeit in der Berliner Charité wegen eines Rückenleidens behandelt wird, dem Tagesspiegel. „Sollte Putin nach der Annexion der Krim seinen Angriff auf unsere Land fortsetzen, rufe ich die Führer der demokratischen Welt dazu auf, das stärkste Instrument anzuwenden, um diesen Angreifer zu stoppen“, sagte Timoschenko weiter.

Sie sei „dankbar“, dass die Weltgemeinschaft erklärt hat, dass solche Aktionen von Putin nicht unbeantwortet bleiben werden. Timoschenko wandte sich auch an die russische Bevölkerung, die Putins Politik nicht unterstützt: „Ich weiß, dass es in Russland Menschen gibt, die ihre Solidarität für uns zeigen, die Mehrheit der Menschen dort ist gegen das aggressive Vorgehen des russische Präsidenten.“ 

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Die internationale Gemeinschaft dürfe das Referendum um die Krim auf keinen Fall anerkennen oder akzeptieren. “Es ist in der neueren Geschichte beispiellos und von vielen im Westen nicht mehr für möglich gehalten worden, mit welchen Methoden Russland in der Krim vorgeht. Die Medien verbreiten Desinformationen, um die Menschen einzuschüchtern und übertreiben maßlos, was die Zahlen an pro-russischen Unterstützern angeht“, beklagte Timoschenko.

„Die Ereignisse von Donezk und Charkow, in deren Folge unschuldige Menschen ihr Leben ließen, ist eine systematische, eine organisierte Provokation der russischen Seite. Das Ziel solcher Provokationen ist es, einen künstlichen Grund für Putins Invasion in die Ukraine zu schaffen“, sagte Timoschenko.

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