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Linkspartei : Dagmar Enkelmann soll Chefin der Rosa-Luxemburg-Stiftung werden

Neuer Posten für Dagmar Enkelmann, bisher Parlamentarische Geschäftsführerin der Linksfraktion im Bundestag: Die Politikerin aus dem brandenburgischen Bernau ist auserkoren als Chefin der parteinahen Rosa-Luxemburg-Stiftung.

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Dagmar Enkelmann
Dagmar EnkelmannFoto: Deutscher Bundestag/Jonas Fischer/photothek.net

Dagmar Enkelmann, Parlamentsgeschäftsführerin der Linken im Bundestag, soll im Dezember zur Vorstandschefin der parteinahen Rosa-Luxemburg-Stiftung gewählt werden. Das erfuhr der Tagesspiegel am Dienstag aus Parteikreisen. Enkelmann wird das Amt als Nachfolgerin des bisherigen Vorstandschefs Heinz Vietze allein ausüben. Enkelmann ist 56, Diplom-Historikerin. In der DDR arbeitete sie unter anderem als Geschichtslehrerin. Dem Bundestag gehörte sie von 1990 bis 1998 für die PDS an, seit 2005 dann für die Linke.

Für eine zunächst geplante Doppelspitze der Rosa-Luxemburg-Stiftung mit dem Europaabgeordneten Thomas Händel fehlen die satzungsrechtlichen Voraussetzungen. Händel ist Mitbegründer der Wahlalternative Arbeit und soziale Gerechtigkeit (WASG), die sich 2007 mit der PDS zur Linkspartei vereinigte. In der Diskussion ist eine Satzungsänderung, nach der künftig die Stiftung auch von einer Doppelspitze geführt werden kann. Ob Händel, bisher wie Enkelmann stellvertretender Vorsitzender des Vorstands, dann an die Spitze aufrückt, ist offen.

Enkelmann hatte vor einigen Wochen angekündigt, bei der Bundestagswahl 2013 nur noch direkt in ihrem Wahlkreis Bernau zu kandidieren, auf eine Absicherung über die brandenburgische Landesliste aber zu verzichten. 2009 hatte sie ihren Bundestagswahlkreis gewonnen.

Die frühere Linken-Vorsitzende Gesine Lötzsch - damals noch im Amt - war zeitweilig für den Chefposten der Stiftung gehandelt worden. In Parteikreisen war auch über ein angebliches Interesse ihres Ko-Chefs Klaus Ernst an dem Posten spekuliert worden. Er selbst stellte dazu am Mittwoch klar, er habe solche Ambitionen "niemals" gehabt. Ernst und Lötzsch hatten die Linkspartei bis zum Frühjahr geführt. Lötzsch war zurückgetreten, um ihren altersbedingt erkrankten Mann zu pflegen. Ernst war auf dem Parteitag im Juni in Göttingen nach zweijähriger Amtszeit nicht mehr angetreten.

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