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Mindestens 28 Tote in der Türkei : Behörden gehen von Anschlag des IS aus

In der türkischen Stadt Suruc sind bei einer Explosion mindestens 31 Menschen getötet worden. Die Behörden vermuten eine Attacke des "Islamischen Staats".

Direkt nach der Explosion in Suruc.
Direkt nach der Explosion in Suruc.Foto: AFP

Bei einer schweren Explosion in der nahe der nordsyrischen Stadt Kobane gelegenen türkischen Stadt Suruc sind Medienberichten zufolge am Montag mehr als 20 Menschen getötet worden. Wie der Fernsehsender NTV berichtete, wurden dutzende weitere Menschen verletzt. Ein türkischer Regierungsvertreter bestätigte Angaben des Senders, wonach sich die Explosion im Garten eines Kulturzentrums in der Innenstadt von Suruc ereignete. Ein Vertreter im Büro des türkischen Ministerpräsidenten Ahmet Davutoglu sprach von 31 Toten und fast hundert Verletzten. Es habe sich um einen Selbstmordanschlag gehandelt, sagte der Mitarbeiter, der ungenannt bleiben wollte.

Ein Behördenvertreter sagte, vermutlich stecke die Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) hinter dem Anschlag. Davutoglus Büro kündigte an, dass der Regierungschef drei Minister zum Anschlagsort schicken werde: Vizeregierungschef Numan Kurtulmus, Innenminister Sebahattin Öztürk und Arbeitsminister Faruk Celik. Der Anschlag ereignete sich im Garten des Kultturzentrums von Suruc. Nach Einschätzung der türkischen Behörden könnt die radikalislamischen Miliz Islamischer Staat (IS) für den Anschlag verantwortlich sein. Die ersten Hinweise ließen darauf schließen, verlautete am Montag aus der türkischen Führung.

Augenzeugen berichteten, nach der Explosion sei ein Feuer ausgebrochen. Fernsehbilder zeigten, wie Krankenwagen zum Explosionsort rasten. In Suruc befindet sich eines der größten Flüchtlingslager für Syrer, die vor den Kämpfen in ihrem Land geflohen sind. In dem im Januar eröffneten Camp leben rund 35.000 Flüchtlinge.

Die überwiegend von Kurden bewohnte Stadt Kobane war im vergangenen Jahr monatelang Schauplatz heftiger Kämpfe, nachdem der IS dort eingerückt war. Im Januar zwangen kurdische Kämpfer mit Unterstützung von US-geführten Luftangriffen die IS-Kämpfer zum Rückzug. Ende Juni startete der IS eine neue Offensive, wurde aber nach nur zwei Tagen wieder aus der Grenzstadt vertrieben. Im Zuge der Offensive, die mit drei Selbstmordattentaten begann, töteten die Dschihadisten zahlreiche Zivilisten. Viele Verletzte aus Kobane wurden in Krankenhäusern in Suruc behandelt.

Kurz nach der Explosion ist nach Angaben von Aktivisten in der nahe gelegenen syrischen Stadt Kobane ein Selbstmordanschlag verübt worden. Die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte teilte am Montag mit, ein Attentäter habe an einem Kontrollposten im Süden von Kobane ein Auto in die Luft gesprengt. Zwei kurdische Kämpfer seien durch die Explosion getötet worden. Die Beobachtungsstelle stützt sich auf ein Netzwerk von Informanten in Syrien, ihre Angaben sind von unabhängiger Stelle kaum überprüfbar. (AFP/rtr)

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