Rassismus in den USA : Donald Trump will Ku-Klux-Klan nicht verurteilen

Donald Trump hat es trotz Aufforderung vermieden, sich vom Ku-Klux-Klan zu distanzieren. Nach einem Zeitungsbericht war sein Vater Mitglied der rassistischen Organisation.

Der republikanische US-Präsidentschaftskandidat Donald Trump spricht bei einer Wahlkampfkundgebung in Madison, Alabama.
Der republikanische US-Präsidentschaftskandidat Donald Trump spricht bei einer Wahlkampfkundgebung in Madison, Alabama.Foto: Reuters

Kurz vor dem "Super Tuesday" hat der republikanische US-Präsidentschaftsbewerber Donald Trump mit Äußerungen über den Ku-Klux-Klan für Aufregung gesorgt. Nach gewaltsamen Zusammenstößen zwischen Anhängern und Gegnern der rassistischen Organisation im Bundesstaat Kalifornien vermied Trump am Sonntag trotz Aufforderung eine Distanzierung und sagte, er wisse nicht, von welcher Gruppe die Rede sei. "Sie wollen, dass ich eine Gruppe verurteile, von der ich nichts weiß", sagte er in der Talkshow "State of the Union" des Fernsehsenders CNN.

Er müsse sich über den Ku-Klux-Klan und andere extremistische Gruppen erst informieren, fügte Trump hinzu. Auch eine Distanzierung zum früheren Anführer des Ku-Klux-Klans, David Duke, vermied der Immobilienmagnat. Duke hatte Trump seine Unterstützung zugesichert.

Die im Jahr 1865 in den USA gegründete Organisation sieht die Weißen als privilegierte Rasse an und kämpft vor allem gegen die Schwarzen. Die Gruppierung lehnt aber auch Einwanderer, Juden und Homosexuelle ab. Derzeit zählt der Ku-Klux-Klan etwa 5000 bis 8000 Mitglieder.

Trumps republikanische Konkurrenten kritisierten ihn scharf

Trumps republikanische Widersacher im Vorwahlkampf griffen die Äußerungen auf und kritisierten ihn scharf. Der Senator Marco Rubio sagte, die Republikaner könnten keinen Kandidaten aufstellen, der sich weigere, Rassenideologen und den Ku-Klux-Klan zu verurteilen. "Das ist nicht nur falsch, das macht ihn unwählbar", sagte Rubio. Senator Ted Cruz nannte Trumps Äußerungen im Kurzbotschaftendienst Twitter "wirklich traurig". "Wir sollten uns alle einig sein, Rassismus ist falsch, KKK ist abscheulich", schrieb er.

John Kasich, Gouverneur von Ohio und weiterer republikanischer Bewerber, erklärte bei Twitter: "Hassgruppen haben in Amerika keinen Platz, zusammen sind wir stärker, Ende der Debatte." Der konservative Medienmogul Rupert Murdoch forderte die Republikaner auf, "sich abzukühlen und die Reihen zu schließen, um den wahren Feind zu bekämpfen".



Der demokratische Bewerber Bernie Sanders kommentierte: "Amerikas erster schwarzer Präsident darf nicht und wird nicht von einem Hetzer beerbt werden, der sich weigert, KKK zu verurteilen." Ex-Außenministerin Hillary Clinton, Rivalin von Sanders und Favoritin im Rennen der Demokraten, leitete Sanders' Tweet an ihre Anhänger weiter.

Im vergangenen Jahr war ein Zeitungsbericht aus dem Jahr 1927 über die Festnahme von sieben Ku-Klux-Klan-Mitgliedern nach gewaltsamen Auseinandersetzungen mit der Polizei im Bundesstaat New York aufgetaucht. Etwa tausend Anhänger gerieten demnach damals mit rund hundert Beamten aneinander. Einer der Festgenommenen war dem Bericht zufolge Trumps Vater Fred.

Trump bezeichnete den Bericht unverzüglich als "lächerlich". "Er wurde niemals festgenommen", sagte der 69-Jährige der britischen Tageszeitung "Daily Mail" mit Blick auf die Enthüllungen über seinen Vater. "Er hat damit nichts zu tun, dies ist niemals geschehen, das ist Unfug und nie passiert", sagte Trump.

Der Vorwahlkampf ist in den USA vor dem "Super Tuesday" besonders aufgeheizt. Am Dienstag finden Vorwahlen von Demokraten und Republikanern in je elf Bundesstaaten statt. In Umfragen liegt bei den Demokraten Clinton in der Mehrzahl der Staaten vor Sanders. Bei den Republikanern führt demnach Trump das Feld in den meisten der elf Staaten an.

Die Vorwahlen beider Parteien in den 50 Bundesstaaten ziehen sich bis in den Frühsommer hin, ihre Kandidaten küren die Delegierten von Republikanern und Demokraten offiziell bei den Nominierungsparteitagen im Juli. Die USA wählen dann am 8. November ein neues Staatsoberhaupt. Der Demokrat Barack Obama darf nach zwei Amtszeiten nicht erneut antreten. (AFP)



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