Referendum : Kosovo-Serben stimmen zu fast 100 Prozent gegen Pristina

Die Kosovo-Serben haben mit einem Referendum ihre Muskeln spielen lassen und für ihren Verbleib in Serbien und gegen die albanisch kontrollierte Regierung in Pristina gestimmt. Neben den USA und der EU war auch ihre Mutterrepublik Serbien gegen die Abstimmung.

Das Ergebnis der Abstimmung im Kosovo könnte eindeutiger nicht sein: Fast 100 Prozent der Serben wollen die albanische Regierung in Pristina nicht als die ihre anerkennen.
Das Ergebnis der Abstimmung im Kosovo könnte eindeutiger nicht sein: Fast 100 Prozent der Serben wollen die albanische Regierung...Foto: dpa

Belgrad statt Pristina: Die Serben im Norden des jüngsten europäischen Staates Kosovo haben sich in einem zweitägigen Referendum klar für ihren Verbleib bei Serbien und gegen die albanische kontrollierte Regierung in Pristina ausgesprochen. 99,74 Prozent der Wähler hätten gegen die Kosovo-Regierung gestimmt, berichtete die Nachrichtenagentur Beta am späten Mittwochabend in Belgrad unter Berufung auf die Wahlbehörden. Nur 69 Kosovo-Serben hätten mit Ja und damit für Pristina gestimmt. Von den 35 500 Stimmberechtigten hätten rund 75 Prozent an dem Referendum teilgenommen.

Der Bürgermeister von Mitrovica, Krstimir Pantic, sagte: „Unsere Bürger haben sich entschieden, der internationalen Gemeinschaft, den Albanern und leider auch einem Teil der Politiker in Belgrad zu zeigen, dass wir zu keinem Preis akzeptieren werden, ein Teil des sogenannten unabhängigen Kosovos zu werden“.

In Serbien reagierten die Bürger kritisch auf das Referendum ihrer Landsleute. „Maximal 20 000 Leute führen ganz Serbien am Nasenring vor“, schrieb ein Zuschauer an den Belgrader TV-Sender B92. Rund 1400 andere Bürger stimmten dieser Einschätzung im Internet zu. Und 1200 Menschen unterstützten die ironische Aussage: „Wahlbeteiligung 130 Prozent, Ablehnung (der Kosovoregierung) 160 Prozent“.

Serbien befürchtet durch das Referendum einen Rückschlag für seine Bemühungen, EU-Beitrittskandidat zu werden. Voraussetzung dafür sind Fortschritte hin zu einem guten nachbarschaftlichen Verhältnis zwischen Pristina und Belgrad. (dpa)

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