Rot-rot-grün in Thüringen : Wolfgang Tiefensee wird Minister im Kabinett Ramelow

Der SPD-Politiker Wolfgang Tiefensee soll Thüringer Wirtschaftsminister werden. Die SPD soll in der ersten rot-rot-grünen Landesregierung neben Wirtschaft auch die Kernressorts Finanzen und Inneres erhalten.

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Ex-Bundesverkehrsminister Wolfgang Tiefensee.
Ex-Bundesverkehrsminister Wolfgang Tiefensee.Foto: dpa

Der frühere Bundesminister für Verkehr, Wolfgang Tiefensee (SPD), soll Wirtschaftsminister der rot-rot-grünen Koalition in Thüringen werden. Das erfuhr der Tagesspiegel am Donnerstag von einer mit der Sache vertrauten Person. „Er ist gesetzt“, hieß es. Tiefensee habe auch bereits zugesagt. „Das stimmt“, hieß es am Donnerstag aus der Thüringer SPD. Der frühere Leipziger Oberbürgermeister und Bundesverkehrsminister habe bereits zugesagt, das Amt zu übernehmen. Er ist derzeit wirtschaftspolitischer Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion. Dem Vernehmen nach gilt Tiefensee als wichtiges Signal, dass die SPD in der geplanten Koalition mit Linkspartei und Grünen „keine verlorene Sache“ sieht.

Der 59-Jährige stammt aus Thüringen, er wurde in Gera geboren. Noch immer ist er mit Thüringen verbunden, sein Bruder ist Professor an der Katholisch-Theologischen Fakultät der Universität Erfurt. Tiefensee war von 1998 bis 2005 Oberbürgermeister in Leipzig, ehe er Bundesminister für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung sowie Beauftragter der Bundesregierung für die neuen Länder wurde.

Das Bündnis von Linke, SPD und Grünen will am kommenden Freitag im Erfurter Landtag den Linken-Politiker Bodo Ramelow zum neuen Thüringer Ministerpräsidenten wählen. Er wäre bundesweit der erste Regierungschef seiner Partei. Am selben Tag sollen auch die Minister vereidigt werden.

Bisher wurde Bildungsminister Christoph Matschie (SPD) als nächster Wirtschaftsminister gehandelt. Das Ressort soll die Zuständigkeit für Energie und Arbeit verlieren, aber um die Bereiche Wissenschaft und Forschung aufgestockt werden. Die SPD wird überdies die Schlüsselministerien Finanzen und Inneres übernehmen. Nach dem Tiefensee-Coup ist offen, wer die übrigen SPD-Minister werden.

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