Russland : Moskau nennt Trumps neue Afghanistan-Strategie "aussichtslos"

Nach Trumps Kehrtwende in der Afghanistan-Politik hat Moskau die Entsendung zusätzlicher Soldaten als verfehlt bezeichnet.

US-Präsident Donald Trump (l) und Russlands Außenminister Sergej Lawrow bei ihrem Treffen am 10.05.2017 im Weißen Haus.
US-Präsident Donald Trump (l) und Russlands Außenminister Sergej Lawrow bei ihrem Treffen am 10.05.2017 im Weißen Haus.Foto: dpa

Russland hält die neue Afghanistan-Strategie von US-Präsident Donald Trump für völlig verfehlt. Der russische Außenminister Sergej Lawrow nannte die Pläne am Donnerstag in Moskau "aussichtslos". Er kritisierte, Washington setze mit der neuen Strategie vor allem auf das Mittel der Gewalt. "Wir sind überzeugt, dass dieser Weg keine Zukunft hat", betonte Lawrow.

Trump hatte zu Wochenbeginn den Weg für die Entsendung von bis zu 3900 zusätzlichen US-Soldaten freigemacht. Er begründete dies mit dem großen Einfluss von "Terroristen" am Hindukusch. Im Wahlkampf hatte er noch angekündigt, den langjährigen US-Einsatz in Afghanistan beenden zu wollen.

Lawrow weist Vorwürfe zurück

Lawrow wies zudem Vorwürfe von US-Außenminister Rex Tillerson zurück, Moskau liefere Waffen an die radikalislamischen Taliban. Dafür habe Washington bisher keinen einzigen Beweis vorgelegt, betonte er.

Der US-Einsatz in Afghanistan hatte nach den Anschlägen vom 11. September 2001 begonnen. Derzeit haben die USA etwa 8400 Soldaten in Afghanistan stationiert. Die meisten von ihnen beteiligen sich an der Nato-Ausbildungsmission Resolute Support, die auch die Bundeswehr unterstützt.

Die Sowjetarmee bekämpfte in den 80er Jahren ihrerseits in Afghanistan Gegner der kommunistischen Regierung. Der erfolglose Einsatz führte mit zum Zerfall der Sowjetunion. (AFP)

GroKo, Neuwahlen oder Minderheitsregierung? Erfahren Sie, wie es weitergeht - jetzt gratis Tagesspiegel lesen!

11 Kommentare

Neuester Kommentar