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Schwerpunkt Thüringen : Anti-Terror-Einsätze der Polizei in mehreren Bundesländern

Seit dem frühen Dienstagmorgen laufen bundesweit Anti-Terror-Einsätze der Polizei. Sie sollen sich gegen die islamistische Szene richten. Die Verdächtigen kamen 2013 als Flüchtlinge nach Deutschland.

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Ein Polizeiauto steht am Dienstag während eines Anti-Terror-Einsatzes vor einem Haus in Jena (Thüringen).
Ein Polizeiauto steht am Dienstag während eines Anti-Terror-Einsatzes vor einem Haus in Jena (Thüringen).Foto: dpa

In mehreren Bundesländern laufen seit Dienstagmorgen Anti-Terror-Einsätze der Polizei gegen die islamistische Szene. Zeitgleich wurden insgesamt zwölf Wohnungen und eine Gemeinschaftsunterkunft in Thüringen, Hamburg, Nordrhein-Westfalen, Sachsen und Bayern durchsucht, berichtete das Thüringer Landeskriminalamt.

Ein Schwerpunkt befindet sich in Thüringen. Das geht aus einer Meldung des MDR Thüringen hervor. Demnach soll es Einsätze im Plattenbaugebiet Suhl-Nord sowie in Schmalkalden, Hildburghausen, Jena-Lobeda, Leinefelde und Weimar geben. Die Ermittlungen sollen sich gegen mehrere Personen richten. Die Einsätze hatten am Dienstagmorgen um 6 Uhr begonnen.

Der MDR berichtet weiter von einer Festnahme in Suhl-Nord. Eine LKA-Sprecherin sagt jedoch, es habe keine Festnahmen gegeben.

Nach Informationen des Tagesspiegels sind die meisten Verdächtigen von 2013 an als Flüchtlinge nach Deutschland gekommen. Die vom Thüringer Landeskriminalamt genannte "Terrorismusfinanzierung" werde mit dem "Islamischen Staat" in Verbindung gebracht, hieß es in Sicherheitskreisen. Konkrete Hinweise auf einen Anschlag gebe es allerdings nicht. Der in Thüringen festgenommene, 28 Jahre alte Russe tschetschenischer Herkunft soll geplant haben, nach Syrien zu reisen und sich dem IS anzuschließen. „Wir untersuchen, ob Gelder ins Ausland geleitet wurden, um terroristische Vereinigungen zu finanzieren“, sagte der Sprecher der Staatsanwaltschaft Gera, Jens Wörmann, am Dienstag der Deutschen Presse-Agentur. Zur Höhe der Beträge machte er mit Verweis auf das laufende Verfahren keine Angaben.

Offen bleibt, ob das bei der Durchsuchung in einem Gebäude entdeckte weiße Pulver für die Herstellung von Sprengstoff vorgesehen oder überhaupt geeignet war. Weitere Informationen über die Substanz gab es zunächst nicht, es soll sich aber nicht um Drogen handeln. Wenig später gab die Polizei bekannt, dass der Stoff ungefährlich sei. Um was es sich konkret handle, werde noch untersucht.

Im Verlauf der Ermittlungen habe sich gegen diesen Beschuldigten und weitere zehn Männer und drei Frauen russischer Staatsangehörigkeit der Verdacht der Terrorismusfinanzierung ergeben, berichtet auch die Nachrichtenagentur Reuters mit Berufung auf das thüringische Landeskriminalamt. Die Beschuldigten aus Thüringen, Hamburg und Dortmund seien zwischen 21 und 31 Jahre alt. Es handele sich um Asylsuchende, deren Aufenthaltsstatus in Deutschland bisher nicht abschließend geklärt sei. Unterstützt wurden die Thüringer LKA-Beamten bei den Razzien durch Spezialkräfte sowie Beamte der Bereitschaftspolizei und verschiedener Landespolizeien. (mit dpa, rok)

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