Thüringen : AfD-Abgeordnete kommt vollverschleiert in Landtag

Die AfD-Abgeordnete Wiebke Muhsal hat im Thüringer Landtag einen Eklat ausgelöst. Während einer Debatte über Kindertagesstätten betrat sie am Donnerstag vollverschleiert den Plenarsaal.

Mit einem Nikab verschleiert steht die AfD-Landtagsabgeordnete Wiebke Muhsal im Landtag in Erfurt.
Mit einem Nikab verschleiert steht die AfD-Landtagsabgeordnete Wiebke Muhsal im Landtag in Erfurt.Foto: dpa

Die stellvertretende AfD-Fraktionsvorsitzende in Thüringen, Wiebke Muhsal, ist am Donnerstag während der Sitzung vollverschleiert im Parlament erschienen. Musahl kassierte daraufhin einen Ordnungsruf von Landtagspräsident Cristian Carius (CDU) und legte den Schleier ab.

Der Fraktionschef der Grünen, Dirk Adams, nannte den Auftritt "unterirdisch". Auch die parlamentarische Geschäftsführerin der Grünen-Fraktion, Astrid Rothe-Beinlich, sprach von einem unwürdigen Auftritt. Die AfD missbrauche das Plenum "als billige Bühne", schrieb sie auf Twitter. Der Linken-Abgeordnete Steffen Dittes schrieb in dem Kurzbotschaftendienst, Muhsals Verschleierung sei "nicht Ausdruck von Religiosität, sondern Ausdruck von Dummheit".

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Muhsal selbst erklärte, sie haben mit ihrem Nikab-Auftritt "gegen die Entwürdigung der Frau durch die Vollverschleierung" demonstrieren wollen. "Das Verbot der Vollverschleierung ist der richtige Weg, diese Entwicklung zu beenden und unsere freiheitliche Grundordnung zu schützen." Sowohl Nikab wie auch Burka verhüllen auch das Gesicht und lassen nur schmale Sehschlitze frei, im Fall der Burka in der Regel durch ein Stoffgitter.

Zuvor hatte der sächsische Landtagsabgeordnete der AfD, Sebastian Wippel, mit Bemerkungen zu den Anschlägen in Deutschland für einen Eklat gesorgt. In einer Landtagsdebatte hatte er am Mittwoch in Dresden gesagt, dies sei die "Quittung" dafür, dass Kanzlerin Angela Merkel (CDU) "die Tore in Deutschland sperrangelweit aufgemacht" habe. "Leider hat es nicht die Verantwortlichen dieser Politik getroffen", sagte Wippel. Als Reaktion auf die heftige Kritik sagte er später, er wünsche "natürlich niemandem den Tod". (AFP)

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