Umfrage zur Bundestagswahl : SPD fällt auf 20 Prozent - AfD legt zu

Im ARD-Deutschlandtrend rutscht die SPD auf den schlechtesten Wert seit Januar. Die AfD kommt hingegen auf 12 Prozent - und liegt nur noch acht Prozent hinter der SPD.

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Will unabhängig vom Wahlergebnis SPD-Chef bleiben: Martin Schulz.
Will unabhängig vom Wahlergebnis SPD-Chef bleiben: Martin Schulz.Foto: dpa

Neun Tage vor der Bundestagswahl geben die Umfragewerte der SPD weiter nach. Die Sozialdemokraten verlieren im ARD-Deutschlandtrend einen Prozentpunkt und liegen nun nur noch bei 20 Prozent. Das ist ihr schlechtester Wert seit Januar 2017. Der Rückstand der SPD auf die Union (37 Prozent) wächst damit auf 17 Prozentpunkte. Drittstärkste Kraft würde die AfD. Für die Rechtspopulisten sprachen sich zwölf Prozent aus. Die FDP kommt auf 9,5 Prozent, die Linken können mit neun, die Grünen mit 7,5 Prozent rechnen.

Die aktuellen Zahlen von Infratest Dimap sind ein weiterer Rückschlag für die SPD und ihre Wahlkämpfer. Kanzlerkandidat Martin Schulz hatte am vergangenen Wochenende versucht, den Abwärtstrend seiner Partei mit vier Kernversprechen an die Wähler zu stoppen. Von den Wählern wird diese Botschaft aber offenbar nicht honoriert.

Schulz will unabhängig vom Ergebnis SPD-Chef bleiben

Schulz bekräftigte unterdessen seinen Anspruch, unabhängig vom Wahlergebnis Vorsitzender der SPD zu bleiben. Er werde auf dem SPD-Parteitag im Dezember erneut antreten, sagte er dem Sender SWR. Er erinnerte daran, dass er erst vor wenigen Monaten „mit 100 Prozent als Parteichef gewählt“ worden sei. Ungeachtet des Rückstands der SPD setzt Schulz weiter auf Sieg. „Ich glaube, dass die SPD eine gute Chance hat, die stärkste Partei in Deutschland zu werden“, sagte er.

Außenminister Sigmar Gabriel (SPD) gab Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) eine Mitverantwortung für das Erstarken der AfD. Diese habe es in der Flüchtlingskrise versäumt, sich stärker auch um „die Inländer“ zu kümmern, sagte der Vizekanzler dem „Spiegel“. Es sei schwierig gewesen, Merkel und der CDU/CSU „klarzumachen, dass wir uns auch um die kümmern müssen, die sonst das Gefühl haben, dass wir sie vergessen“.

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