UN-Liste zu Kinderrechten : Ban Ki Moon wirft Saudi-Arabien unzulässigen Druck vor

Die UN setzten Saudi-Arabien wegen der Tötung von Kindern im Jemen auf eine Schwarze Liste. Riad soll daraufhin gedroht haben, Hilfszahlungen zu kürzen.

Menschenrechtler werfen UN-Genaralsekretär Ban Ki-moon vor, vor Saudi-Arabien eingeknickt zu sein.
Menschenrechtler werfen UN-Genaralsekretär Ban Ki-moon vor, vor Saudi-Arabien eingeknickt zu sein.Foto: Murad Sezer/REUTERS

UN-Generalsekretär Ban Ki Moon hat der von Saudi-Arabien angeführten Militärkoalition im Jemen vorgeworfen, auf ihre Nennung auf einer Schwarzen Liste der Verletzter von Kinderrechten mit unzulässigem Druck reagiert zu haben. "Es ist inakzeptabel, dass Mitgliedstaaten unangemessenen Druck ausüben", erklärte Ban am Donnerstag in New York und fügte hinzu: "Genaue Überprüfungen sind ein natürlicher und notwendiger Teil der Vereinten Nationen."

Die UNO hatte Saudi-Arabien und seine Verbündeten auf die Schwarze Liste gesetzt, weil die Koalition für 60 Prozent der 785 vergangenes Jahr im Jemen getöteten Kinder verantwortlich sei. Saudi-Arabien und andere arabische und muslimische Länder hätten daraufhin gedroht, ihre Zahlungen für humanitäre Programme der UNO zu kürzen.

Ban kündigte am Montag an, die Militärkoalition werde von der Schwarzen Liste genommen, bis das Ergebnis einer gemeinsamen Überprüfung der Vorwürfe vorliege. Menschenrechtsorganisationen warfen Ban daraufhin vor, er sei unter dem Druck der arabischen Länder eingeknickt und habe so dem Ansehen der UNO geschadet.

Ban selbst erklärte: "Das war eine der schmerzlichsten und schwierigsten Entscheidungen, die ich treffen musste." Wegen der angedrohten Mittelkürzungen habe er der realen Gefahr Rechnung tragen müssen, "dass Millionen anderer Kinder schwer leiden". Der saudiarabische UN-Botschafter Abdullah al-Muallimi dementierte, dass sein Land mit der Kürzung von Hilfsgeldern gedroht habe.

Im Jemen kämpfen seit September 2014 die Truppen von Präsident Abd Rabbo Mansur Hadi gegen die schiitischen Huthi-Rebellen und andere Gruppen, die dem ehemaligen Präsidenten Ali Abdallah Saleh die Treue halten. Seit März 2015 fliegt die von Saudi-Arabien angeführte Militärkoalition Luftangriffe gegen die Rebellen. (AFP)

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