US-Regierung contra Apple : FBI kann iPhone möglicherweise ohne Hilfe knacken

Seit Wochen streiten die US-Regierung und Apple darum, ob der Konzern den Zugriff auf Handy-Daten eines toten Attentäters zulässt. Nun gibt es eine Wende.

Die US-Regierung und der iPhone-Hersteller Apple streiten um die Handy-Daten eines getöteten Attentäters.
Die US-Regierung und der iPhone-Hersteller Apple streiten um die Handy-Daten eines getöteten Attentäters.Foto: Reuters/Mike Segar

Ein Prozess zwischen der US-Regierung und dem iPhone-Hersteller Apple um den Zugang zu Handy-Daten scheint zu platzen. Anwälte der US-Bundespolizei FBI erklärten am Montag, mit Hilfe von Dritten sei möglicherweise ein Weg gefunden worden, ohne Zutun von Apple an die benötigen Handy-Daten zu kommen. Das Gericht sei um Aufschub einer für Dienstag angesetzten Verhandlung gebeten worden. 

Es geht unter anderem um Daten eines Mobiltelefons, das bei einem mutmaßlichen Terrorakt vor wenigen Monaten im kalifornischen San Bernardino von einem der Täter benutzt wurden. Die Attentäter hatten 14 Menschen erschossen.  

Nach Angaben der US-Regierung werde es einige Zeit dauern, um zu prüfen, ob das Verfahren tatsächlich funktioniert. Sollte es klappen, bestünde keine Notwendigkeit mehr, Hilfe von Apple zu beanspruchen, hieß es. 

Der iPhone-Konzern und die US-Regierung liefern sich seit Wochen eine erbitterte juristische Schlacht über die Frage, ob die Regierung Zugang zu den Daten bekommen muss. Apple sperrt sich, weil es den Datenschutz im Ganzen in Gefahr sieht.

Im Februar hatte ein Gericht Apple aufgefordert, eine neue Software-Version aufzuspielen, damit gespeicherte Daten nicht mehr dann zerstört, wenn zu oft ein falsches Passwort eingegeben wird. In die Debatte hatte sich auch US-Präsident Barack Obama eingeschaltet, der zu einem Kompromiss aufrief. (dpa)

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