USA - Deutschland : Merkel und Ross für neuen TTIP-Anlauf

Seinen Berlin-Besuch muss US-Handelsminister Ross kurzfristig absagen. Dafür ist er per Video beim Wirtschaftsrat der CDU in Berlin zugeschaltet. Zumindest in Sachen TTIP ist er sich mit Kanzlerin Merkel einig.

Angela Merkel (CDU) am Dienstagabend beim Wirtschaftsrat der CDU.
Angela Merkel (CDU) am Dienstagabend beim Wirtschaftsrat der CDU.Foto: AFP

Bundeskanzlerin Angela Merkel und US-Handelsminister Wilbur Ross haben sich für einen neuen Anlauf in den Verhandlungen über das geplante Freihandelsabkommen TTIP zwischen der EU mit den USA ausgesprochen. Die Verhandlungen sollten wieder aufgenommen werden, sagte die CDU-Chefin am Dienstag in Berlin auf einer Veranstaltung des Wirtschaftsrates der CDU.

Ohne strukturierte Verhandlungen könne die Vielzahl der Handelsprobleme nicht bewältigt werden. „Und deshalb spreche ich mich dafür aus, dass wir die Verhandlungen wirklich für ein solches Freihandelsabkommen wieder in Gang bringen und dabei auch die Vielzahl der Probleme miteinander klären“, sagte Merkel.

Videobotschaft aus Washington

Ross verwies in einer aus Washington zugeschalteten Videobotschaft, dass die EU mit Mexiko und Kanada Verträge geschlossen habe, nicht aber mit den USA. Er kündigte zugleich an, hart gegen „Dumping-Importe“ vorgehen zu wollen, die unter Produktionskosten angeboten würden. Die USA seien der weltgrößte Importeur von Stahl und auch größtes „Opfer illegaler Praktiken“, sagte Ross, der zuvor seinen Berlin-Besuch abgesagt hatte.

Er kündigte erneut einen umfangreichen Bericht für US-Präsident Donald Trump an, mit Empfehlungen zum Schutz der US-Stahl- und Aluminiumindustrie. Ross betonte zugleich, dass alle Seiten gehört würden. Es müssten zudem Lücken geschlossen werden, die es in den Regeln der Welthandelsorganisation (WTO) gebe.

Mit Blick auf den Handel zwischen der EU und den USA sprach Ross von einem Missverhältnis zu Lasten der Vereinigten Staaten. Unter anderem Energieexporte aus den USA nach Europa sollten erleichtert werden - beispielsweise bei Flüssig-Erdgas.  (dpa)

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