USA : Obama ordnet Untersuchung von Hackerangriffen im Wahlkampf an

Die USA machen Russland für Hackerangriffe verantwortlich. Präsident Barack Obama will von seinen Geheimdiensten eine Analyse dazu. Es geht aber nicht nur um das Wahljahr.

Barack Obama soll die Ergebnisse der Untersuchung noch vor dem Ende seiner Amtszeit im Januar erhalten.
Barack Obama soll die Ergebnisse der Untersuchung noch vor dem Ende seiner Amtszeit im Januar erhalten.Foto: REUTERS/Kevin Lamarque

Der scheidende US-Präsident Barack Obama hat seine Geheimdienste und Sicherheitsbehörden angewiesen, einen umfassenden Bericht zu den Hackerangriffen im Wahlkampf vorzulegen. Die Untersuchung solle dem Muster der Cyberattacken auf den Grund gehen und eine Bestandsaufnahme der Sicherheitsvorkehrungen liefern, sagte Obamas Sprecher Eric Schultz am Freitag in Washington.

Die US-Regierung beschuldigt Russland, hinter einer Reihe von Angriffen auf Computersysteme politischer Organisationen und Institutionen zu stehen, und sich so in den Wahlkampf eingemischt zu haben. Der Kreml streitet das ab.

Die Enthüllungsplattform Wikileaks hatte im August gehackte E-Mails von Mitgliedern und Mitarbeitern des Parteivorstandes der Demokraten veröffentlicht. Daraus ging hervor, dass das Führungsgremium im Vorwahlkampf stark zugunsten von Hillary Clinton und gegen ihren Rivalen Bernie Sanders voreingenommen war. Die Enthüllungen führten zum Rücktritt von Parteichefin Debbie Wasserman Schultz.

Später wurde bekannt, dass der Hackerangriff noch umfangreicher war. Außerdem gab es weitere Enthüllungen von anderen Plattformen. Schon damals verdächtigten Experten und Regierungskreise russische Hacker mit Verbindungen zu Regierungsorganisationen.

Russland wies Vorwürfe zurück

Im Oktober veröffentlichten das Heimatschutzministerium und das Büro des nationalen Geheimdienstdirektors eine Erklärung, in der sie ranghohe Beamte der russischen Regierung bezichtigen, die Angriffe genehmigt zu haben. Russland wies die Vorwürfe als haltlos zurück. Wikileaks-Gründer Julian Assange erklärte, die gehackten E-Mails nicht von einem staatlichen Akteur bekommen zu haben.

Der Bericht über die Cyberattacken soll dem Präsidenten noch vor dem Ende seiner Amtszeit am 20. Januar 2017 vorgelegt werden und die Erkenntnisse an Mitglieder des Kongresses weitergegeben werden. Gegenstand der Untersuchung sind auch die Wahlkämpfe in 2012 und in 2008. Vor acht Jahren hatte es Hackerangriffe auf die Wahlkampfteams von Obama und seines republikanischen Konkurrenten John McCain gegeben, für die die USA China verantwortlich machten. (dpa)

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