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Verfassungsschutz : Mehr als 50 Islamisten aus Deutschland nach Syrien gereist  

Immer mehr Salafisten aus Deutschland beteiligen sich am syrischen Bürgerkrieg - laut neuen Verfassungsschutz-Informationen sind mehr als 50 Salafisten Richtung Syrien unterwegs.

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Immer mehr Salafisten aus Deutschland beteiligen sich am syrischen Bürgerkrieg - laut neuen Verfassungsschutz-Informationen sind mehr als 50 Salafisten Richtung Syrien unterwegs.
Foto: dpa

Aus Deutschland ziehen nach Informationen des Tagesspiegels zunehmend Salafisten in den syrischen Bürgerkrieg. Es lägen derzeit Erkenntnisse zu mehr als 50 sunnitischen Islamisten aus der Bundesrepublik vor, "die in Richtung Syrien ausgereist sind, um dort beispielsweise an Kampfhandlungen teilzunehmen oder den Widerstand gegen das Assad-Regime in sonstiger Weise zu unterstützen", teilte das Bundesamt für Verfassungsschutz (BfV) auf Anfrage mit. Aufgrund der "dynamischen Lageentwicklung vor Ort" unterliege diese Zahl "tagesaktuellen Veränderungen mit derzeit eher steigender Tendenz". Das BfV tausche sich laufend mit dem Bundeskriminalamt über den Stand der Reisen von Salafisten nach Syrien aus. Im Februar hatten Sicherheitsexperten noch von einem halben Dutzend Islamisten gesprochen, die sich nach Syrien begeben hätten.

Aktuell sind bereits 30 Salafisten aus Deutschland in Syrien

In Sicherheitskreisen war zusätzlich zu erfahren, dass sich aktuell ungefähr 30 Salafisten aus Deutschland in Syrien aufhalten. Es gebe bei den Reisen nach Syrien "eine große Fluktuation". Von den 30 seien vermutlich nicht alle an Kämpfen beteiligt, hieß es. Einige Islamisten überbrächten Spendengelder, die in der Bundesrepublik gesammelt wurden. Die Salafisten wendeten sich vor allem an die syrische Al-Qaida-Filiale "Dschabhat al-Nusra". Sie kämpft unter anderem in Aleppo und Umgebung, außerdem hat die Organisation in Syrien schwere Anschläge verübt.

Bei den aus Deutschland nach Syrien reisenden Salafisten handele es sich um Türken, Syrer, andere Araber und deutsche Konvertiten, sagten Sicherheitsexperten. Knapp 20 seien wieder in die Bundesrepublik zurückgekehrt. Sie gälten wegen der möglichen Kampferfahrung als besonders gefährlich, doch gebe es bislang keine Hinweise, dass die Rückkehrer in Deutschland Anschläge planen, hieß es.   

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