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Verkehrsexperte : Stuttgart 21 könnte bis zu zehn Milliarden Euro kosten

Die neue Berechnung einer Münchner Beratungsfirma hat ergeben, dass das umstrittene Bahnprojekt Stuttgart 21 weitaus teurer werden könnte, als bislang vermutet. Von zehn Milliarden Euro ist mittlerweile die Rede.

Hier wird die Grube für ein Technikgebäude für den neuen unterirdischen Bahnhof ausgehoben.
Hier wird die Grube für ein Technikgebäude für den neuen unterirdischen Bahnhof ausgehoben.Foto: dpa

Das Bahnprojekt Stuttgart 21 könnte noch weitaus teurer werden als bislang vermutet. Das ergibt sich aus neuen Berechnungen der Münchener Beratungsfirma Vieregg-Rössler. Alle Posten bis 2020 zusammengenommen „liegen die Gesamtkosten bei acht bis zehn Milliarden Euro“, sagte der Verkehrsexperte Karlheinz Rössler dem Tagesspiegel. Der Bahn-Vorstand will dem Aufsichtsrat kommende Woche eine neue Kalkulation vorlegen, wonach der Umbau des bestehenden Kopfbahnhofes in einen Tiefbahnhof bis zu 5,5 Milliarden kosten könnte.

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Freitag 29. Juli 2011: Wieder kommen Gegner und Befürworter des seit langem umkämpften Bahnhofprojekts Stuttgart 21 nicht überein, wieder versammeln sich die Wutbürger und Gegner von S21. Diesmal nicht vor dem Bahnhof, sondern vor dem Stuttgarter Rathaus.Weitere Bilder anzeigen
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2008 habe man die Kosten für Stuttgart 21 durchgerechnet und sei auf etwa sechs Milliarden Euro gekommen, sagte Rössler. Bei einer Inflationsrate von jahresdurchschnittlich zwei Prozent ergebe dies bis zur Fertigstellung 6,9 Milliarden Euro, bei einer Inflation von 5,5 Prozent wären es 8,7 Milliarden. „Jetzt sind noch kostenträchtige Posten hinzugekommen“, gab Rössler zu bedenken – der Filderbahnhof, der unzureichende Brandschutz der geplanten neuen Station, die größeren Mengen an Grundwasser sowie die Ergebnisse der Schlichtung zwischen Befürwortern und Gegnern im Jahr 2010. „Mit jedem Jahr Inflation und auflaufender Zinsen wir des noch mal teurer“, gab er zu bedenken. Rössler steht dem umstrittenen Projekt kritisch gegenüber und war unter anderem als Experte für die Grünen tätig.

Bislang war die Bahn von Maximalkosten von 4,5 Milliarden Euro ausgegangen. Bei Überschreiten dieser Grenzemüssen die Projektpartner, also die Bahn, der Bund, die Stadt Stuttgart und die Region, darüber verhandeln, wer die Mehrkosten trägt. In dem Betrag noch gar nicht enthalten sind die Kosten für die ICE-Strecke Wendlingen-Ulm, die vor allem der Bund bezahlt. (tsp)

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