Wahlen in Zentralafrika : Ex-Regierungschef liegt überraschend vorn

In der Zentralafrikanischen Republik ist am vergangenen Sonntag über einen Präsidenten abgestimmt worden. Nun zeichnet sich ein erstes Ergebnis ab.

UN-Blauhelme bewachen die Wahllokale in der Hauptstadt Bangui.
UN-Blauhelme bewachen die Wahllokale in der Hauptstadt Bangui.Foto: Media Coulibaly/REUTERS

Bei den Wahlen in der Zentralafrikanischen Republik liegt der Premierminister der letzten Regierung, Faustin Archange Touadéra, überraschend in Führung. In der Hauptstadt Bangui, der größten Stadt des Landes, habe er fast doppelt so viele Stimmen wie sein Verfolger erhalten, berichtete am Montag der britische Rundfunksender BBC unter Berufung auf Teilergebnisse der staatlichen Wahlkommission. Laut dem Berichterstatter der Wahlkommission, Julius Ngouadé Baba, kam Touadéra nach der Auszählung von rund einem Viertel der Wahlzettel (522.000 Wahlzetteln) auf 23 Prozent der Stimmen (mehr als 120.000). Am dichtesten folgten demnach Anicet Georges Dologuélé mit gut 68.500 Stimmen und Désiré Kolingba mit knapp 40.000 Stimmen. Martin Ziguélé, der als Wunschkandidat der Ex-Kolonialmacht Frankreich galt, erhielt laut dem Teilergebnis gut 27.000 Stimmen.

Wenn sich bestätigt, dass kein Kandidat in der ersten Runde die absolute Mehrheit erhält, ist ein zweiter Wahlgang nötig. Dieser soll voraussichtlich am 31. Januar stattfinden.

Der frühere Mathematikprofessor Touadéra war Regierungschef unter dem autoritären Präsidenten François Bozizé, der im März 2013 von Putschisten der überwiegend muslimischen Séléka-Bewegung abgesetzt wurde. Seitdem erschütterte ein Bürgerkrieg das Land. Hinter dem als parteiloser Kandidat angetretenen Touadéra liegt den Zahlen der Wahlkommission zufolge der als Mitfavorit gehandelte Anicet Georges-Dologuélé, Ökonom und ebenfalls ehemaliger Premier. Bilal Désiré Nzanga-Kolingba, Sohn eines ehemaligen Präsidenten, liegt auf Platz drei.

Insgesamt gab es bei den Wahlen am 30. Dezember, bei denen der Nachfolger von Übergangspräsidentin Catherine Samba-Panza bestimmt wird, dreißig Bewerber um die Präsidentschaft. Die Zentralafrikanische Republik ist eines des ärmsten Länder Afrikas. Es gibt kaum funktionierende Infrastruktur, Jahrzehnte von Bürgerkriegen und Korruption haben den Staat ruiniert. (epd, AFP)

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben