WILLY-BRANDT-PREIS : Jens Stoltenberg ist der zweite Preisträger

Neben dem norwegischen Premierminister wird der inhaftierte weißrussische Oppositionspolitiker Nikolai Statkewitsch für seinen politischen Mut ausgezeichnet.

Jahrestag. Ein Jahr nach den Morden an jungen Sozialdemokraten erinnerte Norwegens Premier Jens Stoltenberg im vergangenen Sommer an die 77 Toten.
Jahrestag. Ein Jahr nach den Morden an jungen Sozialdemokraten erinnerte Norwegens Premier Jens Stoltenberg im vergangenen Sommer...Foto: dapd

Bevor Peer Steinbrück seine Laudatio auf den norwegischen Ministerpräsidenten Jens Stoltenberg hielt, der dieses Jahr mit dem 2. Internationalen Willy- Brandt-Preis der SPD ausgezeichnet wurde, sprach er ihm und den Norwegern sein Mitgefühl aus. Fünf norwegische Staatsbürger werden nach dem Terroranschlag auf die Gasanlage in Algerien noch immer vermisst. Den mit 25 000 Euro dotierten Preis bekam Stoltenberg, weil er 2011 nach den Anschlägen von Oslo und Utoya mit 77 Toten nicht das Vorhersehbare, sondern das Außergewöhnliche gesagt habe. „Du hast eine Entscheidung getroffen, eine Haltung eingenommen und Worte gefunden, die deinem Land gut getan haben“, sagte Steinbrück. „Wer frei ist, hat immer eine Alternative“ fügte er hinzu und stellte Stoltenberg in eine Reihe mit Nelson Mandela, Franklin D. Roosevelt. Michail Gorbatschow und Willy Brandt. Steinbrück zitierte den berühmten Satz des Ministerpräsidenten: „Norwegen wird diesen Angriff beantworten mit mehr Demokratie, mehr Offenheit und mehr Solidarität, aber niemals Naivität.“ Die SPD ehre damit eine Gesellschaft, in der das Wir wichtiger sei als das Ich. Stoltenberg dankte in einer sehr bewegenden Rede und rief alle Demokraten auf, gegen den rechten und islamistischen Extremismus aufzustehen. „Mehr Demokratie ist noch immer meine Antwort“, sagte er. Das Preisgeld werde er dem Wiederaufbau des Ferienlagers auf Utoya spenden. Den Sonderpreis für politischen Mut erhielt der in Weißrussland inhaftierte Oppositionspolitiker Nikolai Statkevitch. Der Preis ist zum 40. Jahrestag des Kniefalls des damaligen Bundeskanzlers Willy Brandt in Warschau begründet worden.R.B.

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