0:1-Niederlage in Gladbach : Der HSV bleibt weiter torlos

Die Null steht weiter beim Hamburger SV - und nach der neuerlichen Niederlage auch wieder der letzte Tabellenplatz.

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Duell im Regen: Borussia Mönchengladbachs Granit Xhakar schiebt sich vor Hamburgs Tolgay Arslan an den Ball. Foto: dpa
Duell im Regen: Borussia Mönchengladbachs Granit Xhakar schiebt sich vor Hamburgs Tolgay Arslan an den Ball.Foto: dpa

In seinem zweiten Spiel als Bundesligatrainer wurde Joe Zinnbauer böse überrascht. Über dem Borussia-Park regnete es Katzen und Hunde, doch der Chefcoach des Hamburger SV trat erst mal in grauem Pullover ins Freie. Recht zügig bemerkte der 44-Jährige seine unpassende Garderobe, schnappte sich ein rotes Regencape. Doch auch das machte ihn nicht glücklich. Cape an, Cape aus, andere Jacke an – so ging das die ganze Partie über. Ohne das gewünschte Resultat für die Hamburger: Borussia Mönchengladbach gewann 1:0 (1:0), setzte sich in der oberen Tabellenhälfte fest. Der HSV dagegen hat in 450 Spielminuten in dieser Saison noch kein Tor erzielt. Länger (474) brauchte in der Geschichte der Fußball-Bundesliga nur der VfL Bochum (1979/80).

Dabei fanden die Gäste besser ins Spiel als die Borussia. Ihre Willens- und Zweikampfstärke irritierten die Gladbacher anfangs offenkundig, nach zwölf Minuten lagen sie 0:4 zurück – in der Eckballstatistik. Richtig gefährlich aber wurden die Hamburger genauso wenig wie die Gladbacher auf der anderen Seite. Aus heiterem Himmel kam die Mannschaft von Lucien Favre dann zur Führung. Nach einem Zuspiel von Raffael hatte André Hahn auf der rechten Seite erstaunlich viel Platz, um seine Flanke vor das Tor zu zirkeln. Entsprechend genau fiel der Ball Max Kruse vor die Füße, mit dem linken Fuß traf Gladbachs Angreifer aus kurzer Distanz den Innenpfosten – und gleich darauf aus noch kürzerer Distanz ins Netz (25. Minute).

Glabach vergibt viele gute Chancen

Es war die Co-Produktion eines Mannes, den der HSV als 19-Jährigen nicht mehr haben wollte (Hahn), und eines Mitspielers, der in Reinbek bei Hamburg geboren ist und gegen diesen Klub nachweislich besonders gern trifft (Kruse). Bis zur Pause versäumten es die Gladbacher durch Raffael, Hahn und Tony Jantschke allerdings, die vielen Freiräume in der plötzlich überforderten HSV-Defensive zu weiteren Treffern zu nutzen.

So konnte Zinnbauers Elf mit dezentem Rückstand in die zweite Hälfte gehen. Bei einem Konter kurz nach Wiederbeginn fehlte Kruse am Ende eines 40-Meter- Sprints die Kraft, den Vorsprung zu verdoppeln. Nach gut einer Stunde scheiterte Raffael mit der besten Chance an Torhüter Jaroslav Drobny. Hamburg blieb im Spiel, bekam bei einem Freistoß dank einer Pingpong-Kopfabwehr der Gladbacher Xhaka und Dominguez den Ausgleich auf dem Silberteller serviert – doch Innenverteidiger Johan Djourou köpfte um Zentimeter daneben.

Die große Chance zum ersten Saisontor war dahin, fünf Minuten später vergab Raffael für die weiterhin ungeschlagenen Gladbacher eine weitere Topchance. Und Joe Zinnbauer blieb nicht mal im Kampf mit dem Wetter eine kleine Genugtuung: Der Regen, der zwischendurch eine Pause eingelegt hatte, war beim Schlusspfiff wieder da.

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