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1. FC Union bei Fortuna Düsseldorf : Zwei Punkte verschenkt

Lange sah es gut aus, doch am Ende gab es nur ein 2:2: Der 1. FC Union verschenkt in Düsseldorf in den letzten zehn Spielminuten zwei Punkte.

Matthias Koch
Schlag ins Selbstbewusstsein von Union. Der Düsseldorfer Özkan Yildirim (r) erzielt den 2:2 Ausgleichstreffer, links der Düsseldorfer Adam Bodzek.
Schlag ins Selbstbewusstsein von Union. Der Düsseldorfer Özkan Yildirim (r) erzielt den 2:2 Ausgleichstreffer, links der...Foto: Roland Weihrauch/dpa

Verteidiger Toni Leistner rieb sich den Kopf. Mittelfeldmann Simon Hedlund blickte traurig auf den Boden. Torwart Daniel Mesenhöler schaute ungläubig in Richtung Mittellinie. Die Fußballer des 1. FC Union konnten es nicht fassen, dass sie in der Schlussminute noch das 2:2 im Auswärtsspiel bei Fortuna Düsseldorf hinnehmen mussten. Sie hatten doch bis zehn Minuten vor dem Ende durch Treffer von Philipp Hosiner und Kenny Prince Redondo noch mit zwei Toren in Front gelegen. „Wir sind sehr enttäuscht nach einer 2:0-Führung nur mit einem Punkt nach Hause zu fahren“, sagte Trainer Jens Keller. „Nach dem 2:0 haben wir fast nichts mehr zugelassen, dann aber fast zwei Eigentore geschossen, eins davon war sogar ein richtiges. Sicherlich ist ein gewisser Druck da, aber das ist ja positiver Druck. Da könnte man befreiter aufspielen.“

Im Kampf um den Aufstieg in die Bundesliga ist dies ein weiterer Rückschlag. Zum Ende der englischen Woche landete nur ein Zähler auf dem Konto der Berliner – von neun möglichen. Die Köpenicker stehen weiter auf Rang vier. Nach dem Trost für die Mannschaft durch die 2000 mitgereisten Union-Fans gab sich der eine oder andere Spieler aber schon wieder kämpferisch. „Es wird weitergehen. Wir haben noch alle Chancen“, sagte Angreifer Philipp Hosiner. „Aktuell setzt sich noch keiner ab. Dann schauen wir, ob es am Ende reicht.“

Hosiner war wie Kenny Prince Redondo überraschend in die Startelf gerückt, nach dem Keller in der Spieltags-Pressekonferenz noch am Freitag eigentlich erklärt hatte, die Startelf trotz der beiden Niederlagen bei Hannover 96 (0:2) und daheim gegen Erzgebirge Aue (0:1) nicht auseinander reißen zu wollen. Zwei Stammspieler der vergangenen Wochen erwischte es dennoch. In Düsseldorf saßen Mittelfeldspieler Damir Kreilach und Linksaußen Simon Hedlund nur auf der Bank. Keller spielte sein Flunkern herunter. „Wir haben zwei Spieler ausgewechselt und neun gleiche gebracht. Ist das viel oder wenig? Der Erfolg hat uns Recht gegeben. Beide haben ein Tor erzielt“, sagte er.

Es sah lange nach einem lockeren Auswärtssieg aus

In der Tat brachte die 4-4-2-Formation zunächst den gewünschten Erfolg, obwohl die immer noch vom Abstieg bedrohten Düsseldorfer durch Kaan Ayhan, Rouwen Hennings und Kevin Akpoguma sehr große Gelegenheiten ausließen. Doch Union überstand in Hälfte eins alle Problemphasen schadlos. Und durch einen Schuss von Hosiner, der durch seinen österreichischen Landsmann Christopher Trimmel vortrefflich angespielt wurde, lagen die Berliner nach einer Viertelstunde sogar mit 1:0 in Front. Im Zweiten Abschnitt baute Union den Vorsprung sogar aus. Redondo zeigte sich beim Tor zum 2:0 eiskalt.

Es sah nach einem lockeren Auswärtssieg aus, bis dem eingewechselten Kreilach wie schon eine Woche zuvor ein Eigentor unterlief. In der Schlussphase drückte Düsseldorf. Özkan Yildirim traf in der 90. Minute zum nicht unverdienten Ausgleich. „Wir haben es aus der Hand gegeben. Die rechte Seite war komplett offen, nachdem Steven Skrzybski nicht mehr gespielt hat“, sagte Leistner. „Es war ohne Charakter und Willen auf der rechten Seite.“ Leistners Kritik und die von Kapitän Felix Kroos richtete sich auch gegen den eingewechselten Hedlund.

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