1. FC Union Berlin nach Sascha Lewandowski : Zeit für alle

Der 1. FC Union muss sich nach dem gesundheitsbedingten Ausscheiden von Trainer Sascha Lewandowski neu aufstellen. Dafür sollten sich die Berliner Zeit lassen. Ein Kommentar.

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André Hofschneider macht als Chef bis Saisonende weiter. Das gibt dem Verein Zeit, einen Nachfolger zu suchen.
André Hofschneider macht als Chef bis Saisonende weiter. Das gibt dem Verein Zeit, einen Nachfolger zu suchen.Foto: dpa

Dass der 1. FC Union Berlin mal drei verschiedene Cheftrainer während einer Saison anheuert, galt zu Zeiten von Uwe Neuhaus als überwundenes Relikt vergangener Tage. Doch seit Neuhaus sich 2014 verabschiedete, hatte der Berliner Zweitligist wenig Glück mit seinen Cheftrainern. Auch ein Grund, dass es sportlich bisher nicht vorwärts ging.

Kann man im Fall von Norbert Düwel noch von übertriebener Risikofreude und auch einer gewissen Beratungsresistenz sprechen, trifft die Verantwortlichen nun keine Schuld. Sascha Lewandowski zu verpflichten, war ein ebenso richtiger wie bewunderter Schritt. Dass er nun aus gesundheitlichen Gründen aus seinem Amt scheidet, ist einfach nur unglücklich. Beide Seiten verdienen Respekt, dass sie ihre Zusammenarbeit vorzeitig beenden und die Gesundheit des Trainers in den Vordergrund stellen. In der überhitzten Welt des Profifußballs, in der viele Akteure über die Grenzen der körperlichen und psychischen Belastbarkeit hinaus gehen, ein beachtenswertes Signal.

Union muss sich in den kommenden Wochen und Monaten auf einer der wichtigsten Positionen neu aufstellen. Vor diesem Hintergrund ist es richtig, Co-Trainer André Hofschneider die Saison zu Ende bringen zu lassen und sich Zeit zu nehmen bei der Suche nach einem Nachfolger. Die Berliner befinden sich im Tabellenmittelfeld, der Abstand auf die Abstiegsränge sollte ausreichen, um nicht noch ernsthaft in Gefahr zu geraten.

Mit jüngeren Trainern hatte Union zuletzt wenig Glück. Wer kommt nun? Zurück zum Trainertyp Neuhaus? Knorrig und erfahren. Oder doch wieder Risiko mit einem unverbrauchten Gesicht? Von dieser Personalie wird die mittelfristige sportliche Zukunft des Vereins abhängen.

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