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2:2 im Derby gegen Schalke : Borussia Dortmund: Gekommen um zu teilen

Borussia Dortmund tritt zum Derby in Schalke mit einer Ersatzelf an und muss sich am Ende mit einem Unentschieden begnügen. Den Tabellenführer aus München freut's.

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Schalkes Leroy Sané (l) und Pierre-Emerick Aubameyang von Dortmund umarmen sich nach dem Spiel.
Schalkes Leroy Sané (l) und Pierre-Emerick Aubameyang von Dortmund umarmen sich nach dem Spiel.Foto: dpa

Der gedämpfte Applaus der Besucher der Schalker Arena nach dem Abpfiff war ein deutliches Zeichen für die allgemeine Gemütslage. Weder die Anhänger des FC Schalke 04 noch die von Borussia Dortmund wussten so richtig, was sie mit diesem 2:2 (0:0) im sonst so hochemotionalen Revierderby anfangen sollten. Die Schalker Mannschaft von Trainer André Breitenreiter nahm für sich zumindest in Anspruch, der moralische Sieger dieser Bundesliga-Begegnung gewesen zu sein. Schließlich hatten die Gastgeber zweimal einen Rückstand aufgeholt. Erst hatte Leroy Sané zum 1:1 getroffen. BVB-Spieler Shinji Kagawa hatte zwei Minuten zuvor die Führung mit einem sehenswerten Lupfer erzielt. Klaas-Jan Huntelaar war es dann, der die abermalige Führung des BVB durch Matthias Ginters Kopfball mit einem verwandelten Elfmeter aufhob.

„Wir haben ein gutes Spiel gemacht, auch wenn wir uns spielerisch noch verbessern können“, sagte der niederländische Angreifer der Schalker. Allerdings brauchten die rund 61 600 Zuschauer einen langen Atem, bis sie überhaupt etwas geboten bekamen. „Nach der Pause war es dann ein richtiges Derby“, urteilte Schalkes Manager Horst Heldt, nachdem sich beide Mannschaften in der ersten Hälfte nahezu nur abgetastet und viele langatmige Phasen produziert hatten.

Thomas Tuchel hatte seine Mannschaft auf acht Positionen verändert

Umso größer fiel dann bei den Schalkern die Freude über die qualitativ deutlich bessere zweite Hälfte aus. Torhüter Ralf Fährmann war der Meinung, dass „wir unseren Mann gestanden haben und echte Männer auf dem Platz“ zu sehen waren. Schließlich hätten er und seine Kollegen nach dem jüngsten 0:3 in Ingolstadt einiges gutzumachen gehabt. Breitenreiter pflichtete ihm bei: „Die Jungs haben gezeigt, wie man sich gegen Widerstände wehren kann, was ihnen zuletzt nicht gelungen ist.“

Die Dortmunder konnten derweil für sich in Anspruch nehmen, dass sie die spielerisch deutlich reifere Mannschaft waren und mit etwas mehr Konzentration die Begegnung als Sieger hätten beenden müssen. „Wir haben es ganz gut gemacht“, sagte Thomas Tuchel.

Auf gleich acht Positionen hatte der Trainer seine Mannschaft verändert und eine gefühlte Dortmunder B-Elf auf den Platz gebracht. „Ich weiß, dass es viele Wechsel waren, aber wir hatten dabei ein gutes Gefühl, weil es uns viele Möglichkeiten gegeben hat“, sagte Tuchel. Deshalb traten die Dortmunder ihre nur rund 35 Kilometer lange Heimreise mit vielen positiven Emotionen an, auch wenn alle Beteiligten spätestens an diesem Sonntagnachmittag die letzte Hoffnung auf den Meistertitel aufgegeben hatten. Sieben Punkte beträgt der Rückstand auf den FC Bayern bei noch fünf verbleibenden Spielen. „Es ist ein sehr realistisches Szenario, dass die Bayern Meister werden“, sagte Tuchel. Und Mittelfeldspieler Nuri Sahin kam zu der Erkenntnis, dass „es jetzt sicher nicht einfacher geworden ist“.

Die Schalker bleiben mit diesem Punktgewinn dem Schnecken-Rennen um die Champions-League-Plätze trotz Tabellenposition sieben (45 Punkte) erhalten. Breitenreiter dachte nach dem Abpfiff aber mehr an das Große und Ganze als an Details und nutzte die Gelegenheit, seinen aufgestauten Frust loszuwerden. „Hier wird im Grunde sowieso nur auf das Trainerteam und die Mannschaft drauf getreten“, sagte er. Die Gerüchte um seine mögliche Ablösung am Saisonende setzen dem 42-Jährigen erkennbar zu. Augsburgs Trainer Markus Weinzierl gilt jedenfalls als aussichtsreicher Kandidat für Breitenreiters Nachfolge.

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