Alba Berlin : Abschied von Sasa Obradovic: Eine extreme Ära endet

Sasa Obradovic hat Alba Berlin geprägt und dem Klub eine starke Mentalität vorgelebt. Trotzdem ist es richtig, dass die Ära des Trainers nun endet. Ein Kommentar.

von
Trainer Sasa Obradovic erreichte das diesjährige Team nicht so gut wie die Mannschaften in den beiden Jahren zuvor.
Trainer Sasa Obradovic erreichte das diesjährige Team nicht so gut wie die Mannschaften in den beiden Jahren zuvor.Foto: picture alliance / dpa

Vier Jahre lang hat Sasa Obradovic bei Alba Berlin an der Seitenlinie gearbeitet, gebrüllt und gewütet. Die Ansprüche des Serben an seine Spieler waren immer die höchsten, seine sportlichen Ziele die allergrößten. Vier intensive Jahre lang hat der Basketball-Trainer den Verein geprägt und eine Mentalität vorgelebt, die dem Klub angesichts der finanziellen Übermacht der Konkurrenz aus Bamberg und München gut zu Gesicht stand. Trotzdem ist es richtig, dass die Ära Sasa Obradovic nun endet.

Obradovic schien zuletzt frustriert

Wie Alba mitteilte, wird der Klub den ausgelaufenen Vertrag mit dem 47-Jährigen nicht verlängern. Zuletzt waren gewisse Ermüdungserscheinungen nicht zu übersehen. Obradovic schien frustriert von der Perspektive, die Alba ihm zurzeit bietet. Angesichts des begrenzten pekuniären Spielraums können sich die Berliner eigentlich nur unfertige Spieler leisten. Hat Obradovic sie dann zu echten Leistungsträgern von europäischem Niveau geformt, ziehen sie weiter. Aber auch die Mannschaft schien zumindest zuletzt nicht mehr glücklich mit ihrem Chef. Obradovic ist ein Meister darin, ein Team durch seine emotionale Art auf den Punkt zu motivieren – wie bei den drei Pokalsiegen in vier Jahren. Für eine ganze Bundesligasaison auf Spitzenniveau hat seine Herangehensweise nicht gereicht, womöglich hat seine ständige Lautstärke das eine oder andere Spielerohr auch taub gemacht. In diesem Jahr scheiterte die Mannschaft jedenfalls schon im Viertelfinale.

Jetzt ist ein stabiles System gefragt

Auch wenn Obradovic keinen Meistertitel nach Berlin holen konnte und seine letzte Saison enttäuschend endete, verlässt er Alba nach vier erfolgreichen und extrem emotionalen Jahren. Jetzt muss der Klub einen Nachfolger finden, der die Alles-oder-nichts-Einstellung des Serben teilt und ihr bestenfalls eine rationale Komponente hinzufügt. Und ein stabiles Basketball-System, das auch eine hohe Fluktuation im Kader verkraftet.

Autor

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben