Update

Basketball-Bundesliga : Alba Berlin lässt FC Bayern keine Chance

Achter Sieg im achten Spiel in der Basketball-Bundesliga: Alba Berlin ist in dieser Saison nicht zu stoppen - auch nicht vom FC Bayern München. Die Berliner siegen deutlich 90:74.

von
Albas Elmedin Kikanovic (9) zeigt Präsenz unter dem Korb.
Albas Elmedin Kikanovic (9) zeigt Präsenz unter dem Korb.Foto: dpa

Kurz vor Spielende wollte der Albatros hoch hinaus. Das Maskottchen von Alba Berlin kletterte auf das Geländer vor den Zuschauern hoch und breitete die Schwingen aus. Es sah wackelig aus, aber der Vogel fiel nicht. Im Hintergrund schlossen die Berliner Basketballer passenderweise gerade einen Schnellangriff erfolgreich ab, die 14.052 Zuschauer in der fast ausverkauften Arena am Ostbahnhof hüpften und sangen begeistert. Es war ein Sonntagabend, an dem Alba Berlin einfach alles gelang und Gegner Bayern München so gut wie nichts. 90:74 (49:38) lautete folgerichtig der Endstand. Alba blieb damit auch im achten Bundesligaspiel der Saison siegreich und Tabellenführer, Vizemeister München verlor dagegen das vierte Spiel in Folge.

„Wir haben gut gespielt und gemacht, was wir wollten“, sagte Jonas Wohlfarth-Bottermann. Das schloss den Center mit ein, dem der letzte Wurf des Spiels sogar rückwärts über den Kopf gelungen war. Noch mehr gelang Albas Topscorern Jordan Taylor und Elmedin Kikanovic mit 16 Punkten. Im Gegensatz zu den erschreckend schwachen Gästen. „Ich glaube wir waren einfach frischer“, sagte Wohlfarth-Bottermann über den Gegner, der am Donnerstag noch in der Euroleague gegen Belgrad gespielt hatte. Alba hatte einen Tag mehr Pause.

Das wollte Svetislav Pesic nicht als Ausrede gelten lassen. „Uns fehlte der letzte Einsatz“, warf der Bayern-Trainer seinen Spielern vor, speziell Center John Bryant, der die zweite Halbzeit fast komplett auf der Bank verbrachte. „Er hat mehr geweint als gespielt“, sagte Pesic scharf. Ganz anders sprach sein zufriedener Kollege Sasa Obradovic. „Wir haben heute großartigen Teambasketball gespielt“, sagte Albas Coach. „Das war eine tolle Basketball-Botschaft und -Demonstration.“

Dabei hatte das Spiel traurig begonnen. Vor Spielbeginn gab es eine Schweigeminute für die Terroropfer in Paris. „Ein spezieller Moment“, sagte Spielmacher Jordan Taylor hinterher, Angst hätten die Spieler aber nicht gehabt, auch wenn die Kontrollen an den Eingängen intensiver ausfielen als gewohnt, die Zuschauer nahmen es gelassen. Weniger gelassen nahmen sie die Rückkehr von Alex Renfroe. Der frühere Berliner wurde vor Spielbeginn ausgepfiffen, vielleicht gelang ihm auch deshalb fast nichts auf dem Spielfeld: Fünf Ballverluste leistete sich der US- Amerikaner. Damit war er in guter Gesellschaft in seinem verunsicherten Team.

Alba startete dagegen nach der Stille vor Spielbeginn energiegeladen und lautstark angefeuert und führte schnell 8:0. Die Führung gab Alba das ganze Spiel nicht mehr ab. „Das war ein Start- Ziel-Sieg“, sagte Geschäftsführer Marco Baldi. „Wir haben die Bretter und die Zone kontrolliert“, analysierte Kapitän Alex King angesichts des Reboundverhältnisses von 39:29. „Und defensiv und offensiv haben wir einfach einen guten Rhythmus derzeit.“ King eingeschlossen, er traf mit der Schlusssirene des ersten Viertels aus der gegnerischen Hälfte zum 24:15.

In den folgenden Vierteln dominierten die Berliner weiter, obwohl sie nicht unbedingt besser trafen, die Freiwurfquote von 64 Prozent war sogar erschreckend schwach. Doch viele zweite Bälle landeten in den Händen der williger wirkenden Gastgeber. Die Gäste schlugen sich selbst, wie der beste Münchner K.C. Rivers, der 17 Punkte erzielte, aber ein technisches Foul wegen Meckerns erhielt und sich aus dem Spiel foulte. Das zerfahrene dritte Viertel war auch geprägt von zu vielen Schiedsrichterpfiffen. Alles gelang dann doch nicht bei den Berlinern, mit der Schlusssirene des dritten Viertels verfehlte Kings Dreier das Ziel. Das 66:53 brachten die Berliner dennoch souverän ins Ziel, führten teilweise sogar mit 19 Punkten. Sie schonten sich auch nicht für das Eurocup-Spiel am Dienstag gegen Ludwigsburg. Aber der Albatros scheint ja von seinem Höhenflug gar nicht mehr abstürzen zu können.

Autor

2 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben