Basketball-Bundesliga : Alba Berlin verliert Spitzenspiel gegen Bamberg

Eine 72:78-Niederlage gegen Bamberg verbaut Alba Platz eins in der Bundesliga – die Berliner Basketballer haben nun schon ab dem Viertelfinale schwere Gegner.

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Das tut weh. Marko Banic und Alba Berlin verlieren zum dritten in dieser Saison gegen Bamberg.
Das tut weh. Marko Banic und Alba Berlin verlieren zum dritten in dieser Saison gegen Bamberg.Foto: dpa

Am Ende war es nur noch ein Gesangswettbewerb. Die mitgereisten Basketball-Fans aus Bamberg riefen „Die Nummer eins im Land sind wir!“ Die Anhänger von Alba Berlin antworteten: „In Europa kennt euch keine Sau!“ Da war das Endspiel um Rang eins der Bundesliga zehn Sekunden vor Schluss schon entschieden. Mit der 72:78 (40:38)-Niederlage gegen Bamberg verpassten es die Berliner, ihre bisher starke Saison in Euroleague und Bundesliga mit der Pole Position für die Play-offs zu krönen. Die sicherten sich die Franken verdient im letzten Spiel der Hauptrunde vor 13 688 Zuschauern in der Arena am Ostbahnhof. Topscorer waren Bradley Wanamaker mit 16 Punkten für Bamberg und Alex Renfroe mit 13 Zählern für die Berliner.

„Ich bin ein wenig enttäuscht“, sagte Coach Sasa Obradovic danach. „Aber es war nur ein Spiel, wir haben die Meisterschaft weder verloren noch hat Bamberg sie schon gewonnen.“ Allerdings hat Alba damit den nominell schwierigeren Weg zum Titel erwischt. Im Viertelfinale ab Sonntag sind die Baskets Oldenburg der Gegner, im Halbfinale könnte Bayern München lauern und in einer Endspielserie hätten die Berliner in den wichtigsten Partien keinen Heimvorteil, falls sie dort erneut auf Bamberg treffen. „Über das Finale reden wir gar nicht, unser Ziel bleibt das Halbfinale“, sagte Obradovic. Der Trainer verwies auf den Erfolg, mit 28 Siegen und sechs Niederlagen die Vorjahresbilanz getoppt zu haben. Und das trotz der guten und anspruchsvollen Euroleague-Saison als Zusatzbelastung. „Wir müssen realistisch bleiben, Bamberg und Bayern investieren mehr Geld als wir und hatten in der Saison mehr Pausen.“

Die Rolle als Titelfavorit wollte der Bamberger Coach Andrea Trinchieri aber nicht annehmen. „Die Bayern sind am stärksten“, sagte der Italiener. „sie spielen langsamer als Alba und wir, aber haben ein großes, erfahrenes Play-off-Team.“ Und wählte ein eigenwilliges Bild für die Leistungsstärke seines Teams: „Wir melken jeden Tag die Kuh, aber stoßen uns danach oft selbst den Eimer um.“

Es war die dritte Niederlage für Alba gegen Bamberg in dieser Saison

Dennoch hat Bamberg nun alle drei Saison-Duelle mit Alba gewonnen, aber die letzte Niederlage war nicht mehr so deutlich. Und ziemlich intensiv. Die Einschätzungen danach lauteten: „ein aufregendes Spiel“ (Trinchieri), „ein typisches Play-off-Spiel“ (Obradovic), „ein taktischer Krieg“ (Flügelspieler Niels Giffey). 13 Mal wechselte die Führung am Sonntag hin und her, doch kein Team konnte sich mehr als auf acht Punkte absetzen. Das erste Viertel (22:23) bot sogar ziemlich ansehnlichen Offensivbasketball, aber danach folgte viel Kampf.

Die Berliner kamen dabei nicht immer klar mit der sehr harten Spielweise der Franken. Unter dem Korb dominierten Bambergs kräftige Center Trevor Mbakwe (acht Rebounds, zwei Blocks) und Daniel Theis (zehn Punkte, sieben Rebounds) ihre Gegenspieler Jamel McLean (neun Punkte) und Leon Radosevic, der nur einen von fünf Würfen traf. Einzig Marko Banic (zehn Punkte) hielt mit Distanzwürfen dagegen. Und auf den Flügeln verteilte Darius Miller einige ungeahndete Fouls. Mit dem Ellbogen verschaffte er sich freie Wurfbahn gegen Alex King, Alex Renfroe versetzte er ungesehen von den Referees einen Schlag an den Kiefer. Albas ansonsten bester Spieler zeigte sich beeindruckt und leistete sich vier Ballverluste. Vor allem in den letzten sieben Minuten, als die Bamberger davonzogen. „In den wichtigen Momenten ist ihnen gelungen, was sie wollten, wir haben unsere Spielzüge nicht gut ausgeführt“, sagte Renfroe. „Nun bereiten wir uns vor auf... wer immer Tabellensiebter geworden ist. Aha, Oldenburg? Dann eben auf Oldenburg.“

Geschäftsführer Marco Baldi hätte lieber wie Bamberg den Liga-Achten Ludwigsburg als Gegner gehabt. „Vor der Saison hätte ich Platz zwei sofort unterschrieben, aber nicht mit Oldenburg im Viertelfinale“, sagte Baldi. Den Pokalsieger hätte er eher unter den ersten Vier vermutet. Ob der schwerere Play-off-Weg die Titelchancen senke, wollte Baldi nicht erörtern. „Wir dürfen null Energie auf Übermorgen verwenden, nur auf das erste Spiel am Sonntag.“

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