Basketball-Eurocup : Klarer Sieg - Alba im Achtelfinale

Durch den souveränen 76:62 (22:14, 19:7, 19:21, 16:20)-Sieg gegen Neptunas Klaipeda zieht Alba als Zweiter der Gruppe J in das Achtelfinale ein.

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Nicht mit uns. Klaipedas Arnas Butkevicius am Ball. Albas Akeem Vargas (l.) und Teamkollege Elmedin Kikanovic haben etwas dagegen.
Nicht mit uns. Klaipedas Arnas Butkevicius am Ball. Albas Akeem Vargas (l.) und Teamkollege Elmedin Kikanovic haben etwas dagegen.Foto: dpa/Jensen

Ach, der Europapokal! Auch im Basketball liefert er besondere Momente. Etwa als der Hallensprecher in der Arena am Ostbahnhof am Dienstagabend versuchte, die Gäste von Neptunas Klaipeda in ihrer Landessprache zu begrüßen, aber sich am Litauisch die Zunge verrenkte. Oder wenn einige Dutzend hartgesottene Auswärtsfans den weiten Weg von der baltischen Ostsee nach Berlin auf sich nehmen, Fahnen schwenken, singen und mit freiem Oberkörper hüpfen. Da wäre es doch schade, wenn all das Alba Berlin künftig entginge.
Auf Eurocup-Abende müssen die Berliner aber vorerst nicht verzichten. Durch den erstaunlich souveränen 76:62 (22:14, 19:7, 19:21, 16:18)-Sieg zogen sie als Zweiter der Gruppe J in das Achtelfinale ein und verhinderten ein Ausscheiden nach der Zwischenrunde. Topscorer vor nur 6854 feiernden Zuschauern war der überragende Neuzugang Robert Lowery mit 24 Punkten, der sich noch mehr als seine Kollegen mit vollem Einsatz in jeden Ball warf und oft hart landete.

Alba blieb eine harte Landung dagegen erspart. Der Gegner in der Runde der letzten 16 Teams könnte jedoch wenig Europapokal-Feeling verbreiten: Wenn der FC Bayern am Mittwoch in Ulm gewinnt, wird München als Erster der Gruppe G auf Alba treffen, am 24. Februar in Berlin und mit Heimrecht im Rückspiel in der Woche darauf. Bilbao Basket müsste schon hoch gewinnen und Bayern parallel verlieren, damit die Basken stattdessen Alba-Gegner werden.
Doch solche Rechenspiele sind ein Luxus, um den die Berliner vorab bangen mussten. Das Spiel gegen Klaipeda war ein klassisches Do-or-die-Game, auch die Litauer benötigten einen Sieg für das Achtelfinale. Und Alba ging physisch und psychisch angeschlagen in die Partie, nach drei Niederlagen aus den vergangenen vier Pflichtspielen und ohne die weiter verletzten Niels Giffey und Jordan Taylor.

Immerhin kehrte Dragan Milosavljevic zurück, der auch prompt die ersten Punkte des Spiels erzielte. Doch dass Alba gleich mit 9:2 in Führung ging, war vor allem der wieder erstarkten Verteidigung zu verdanken. Nach der schwachen Wurfquote bei der 65:73-Hinspielpleite in Klaipeda hatte Coach Sasa Obradovic gewarnt, die Berliner sollten sich diesmal „nicht darauf verlassen, dass die Würfe zu Hause besser fallen, sondern Möglichkeiten aus unserer Verteidigung kreieren“. Und das taten seine Spieler. Mit einer cleveren Mischung aus Raum-, Mann- und Press-Verteidigung zwangen sie die Gäste allein bis zur Halbzeit zu zwölf Ballverlusten und kamen so selbst im Gegenzug zu vielen Schnellangriffen. Ihre Würfe trafen die gut beschatteten Litauer ebenfalls kaum.

Da fiel es auch nicht ins Gewicht, dass Klaipeda besser reboundete. Der Tabellendritte aus dem Basketballland Litauen kam zwar im ersten Viertel auf 12:14 heran. Aber danach zogen die Gastgeber mit viel Einsatz davon. Das Einzige, das die Berliner stoppen konnte, schien die Technik zu sein. Zweimal musste das Spiel unterbrochen werden, weil der Statistik-Computer streikte. Jeweils kam Alba jedoch stärker aus der erzwungenen Pause zurück und schraubte mit einem starken Lauf den Vorsprung bis zur Halbzeit auf 20 Punkte hoch.
Auch nach dem Seitenwechsel gab Berlin kaum etwas von der Führung ab, Lowery traf mit der Schlusssirene des dritten Viertels zum 60:44. Im Schlussviertel kam Klaipeda dann nicht mehr näher als auf zehn Zähler heran, aber wurde trotzdem angefeuert von den tapferen Gästefans, die im Gegensatz zu den Berlinern, die mit La-Ola-Welle feierten, künftig auf Europapokal-Abende verzichten müssen.

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