Basketball Top Four : Ist Alba Berlin stabil genug für den Titel?

Die Baskets Bamberg sind klarer Favorit auf den Pokalsieg am Wochenende. Bayern München, Frankfurt und Alba Berlin wollen das verhindern.

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Immer nach oben schauen. Alba Berlin, hier Elmedin Kikanovic in Gelb gegen den Münchner Daniel Mayr, will ins Pokalfinale am Sonntag einziehen.
Immer nach oben schauen. Alba Berlin, hier Elmedin Kikanovic in Gelb gegen den Münchner Daniel Mayr, will ins Pokalfinale am...Foto: dpa/Schulze

Vier Basketball-Klubs kämpfen am Wochenende in München um den Pokalsieg. Am Samstag trifft im ersten Halbfinale Gastgeber FC Bayern auf Meister Bamberg (16 Uhr), Alba Berlin spielt danach gegen die Skyliners Frankfurt (19 Uhr). Der Bayerische Rundfunk überträgt das erste Halbfinale und das Finale am Sonntag (14.45 Uhr) live, zudem laufen alle Begegnungen des Top-Four-Turniers im kostenfreien Livestream bei www.telekombasketball.de.

BASKETS BAMBERG

Die Franken sind der klare Favorit auf den Pokalsieg. Der Kader von Trainer Andrea Trinchieri ist nicht nur der teuerste der Liga, Bambergs hochbezahlte Einzelkönner funktionieren auch als Mannschaft. Als Beweise dürfen Siege gegen Euroleague-Spitzenteams wie Piräus oder Barcelona gelten. Auch in der Bundesliga haben sich die Baskets bislang kaum eine Blöße gegeben: Mit 20 Siegen und zwei Niederlagen sind sie souveräner Tabellenführer. Die Hoffnung für die drei Pokal-Konkurrenten besteht darin, den Deutschen Meister auf dem Weg zum Pokalsieg nicht in einer ganzen Play-off-Serie über maximal fünf Spiele bezwingen zu müssen, sondern nur ein Mal. Dieses Kunststück gelang Oldenburg im Pokal-Endspiel 2015, auf dem Weg zur Meisterschaft waren die Bamberger aber nicht zu stoppen.

FC BAYERN MÜNCHEN

Für die Basketball-Abteilung des Fußball-Giganten zählen nur Titel, erst recht in eigener Halle. Der erste Pokalsieg seit 1968 würde einigen Druck von den Spielern und Verantwortlichen nehmen. Die Saison der Gastgeber ist bislang von Verletzungen und Leistungsschwankungen geprägt, mit elf Siegen aus den letzten zwölf Bundesligaspielen und dem Gruppensieg in der Eurocup-Zwischenrunde scheint sich das Team von Trainer Svetislav Pesic erst einmal gefangen zu haben. Pesic kann endlich auch den lange verletzten deutschen Nationalspieler Maxi Kleber einsetzen, dafür droht der Ex-Alba-Profi Nihad Djedovic auszufallen. Ein Alptraum für die Münchner wäre eine Halbfinal-Niederlage – und die Schmach, in eigener Halle am Sonntag um 12 Uhr im bedeutungslosen Spiel um Platz drei antreten zu müssen.

SKYLINERS FRANKFURT

Die Frankfurter fühlen sich sehr wohl in der Rolle des Außenseiters und glauben an ihre Chance. Schließlich haben die Skyliners in dieser Saison sowohl Bayern als auch Bamberg schon besiegt, allein gegen Alba gab es eine Heimniederlage. In der Bundesliga ist Frankfurt momentan Vierter, im Europapokal sind die Hessen in 13 Spielen sogar ungeschlagen – allerdings nur im drittklassigen Fiba Europe Cup. Trainer Gordon Herbert, 2012 bei Alba als Trainer nach nur einer Saison gescheitert, hat ein junges Team geformt, dass diszipliniert spielt und hart kämpft. Frankfurt war mit Sicherheit das Wunschlos der drei anderen Top-Four-Teilnehmer – diese Information wird Herbert seinen Spielern bestimmt noch einmal vor Augen führen, um seine Mannschaft zu motivieren.

ALBA BERLIN

400 Berliner Fans reisen mit nach München – die Frage ist nur, welche Alba-Mannschaft sie zu Gesicht bekommen. Zuletzt wechselten sich beim Team von Sasa Obradovic souveräne Siege mit unnötigen Niederlagen ab. Nicht nur die Stabilität fehlt Alba bislang in dieser Saison. Immer wieder verliert das Team über lange Spielphasen jeden Rhythmus im Angriff und leistet sich etliche Ballverluste. Die Mannschaft wirkt bisweilen auch weniger kampfstark und entschlossen als die Teams der vergangenen Spielzeiten. Hinzu kam großes Verletzungspech, bis auf Nationalspieler Niels Giffey ist der Kader beim Top Four aber komplett. Obradovic hat in der Vergangenheit gezeigt, dass er seine Spieler für Entscheidungsspiele perfekt motivieren und einstellen kann. Ob seine Kunst aber für zwei Siege gegen zwei starke Gegner an zwei Tagen reicht, ist fraglich.

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