Berlin-Fußball : Hertha und Union: Wer ist das Haupt der Stadt?

Vor dem Zweitligastart fiebert Fußball-Berlin dem Derby entgegen. So eng beieinander waren Hertha und Union noch nie. Die Köpenicker könnten die Nachbarn überholen – auch dauerhaft?

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Am 3.9 steht das erste Berlin-Derby dieser Saison an.
Am 3.9 steht das erste Berlin-Derby dieser Saison an.Foto: dpa/picturealliance

Vor ein paar Wochen trafen sich Verantwortliche von Hertha BSC mit Fanvertretern. Das mit dem Aufstieg sei ja schön und gut, teilten die Anhänger mit, aber das ist euer Thema – unseres ist das Derby. Ein Sieg gegen den 1. FC Union stellt die Rückkehr in die Bundesliga in den Schatten? Das zeigt, welche Bedeutung die inoffizielle Stadtmeisterschaft hat in der heute startenden Zweitligasaison.

Und wenn es in einem Monat, am 3. September, zum ersten Aufeinandertreffen in der Alten Försterei kommt, sind sich die Teams so nah, wie sie es wohl noch nie waren. Union ist nicht mehr wie 2010 der Aufsteiger, der sich im ersten Zweitligajahr gerade auf Platz zwölf gerettet hat. Und Hertha ist nach dem zweiten Abstieg in drei Jahren nicht mehr der Europopokaldauergast im Betriebsunfallmodus, der dem Rest der Liga finanziell voraus ist.

Das zeigt sich nicht nur am Personalbudget für die erste Mannschaft, das mit 13 Millionen bei Hertha und acht bei Union nicht mehr so weit auseinanderliegt wie einst (siehe Grafik). Union hat selbst Ambitionen auf das obere Tabellendrittel, offiziell wurde „Platz sieben bis fünf“ als Ziel ausgegeben. Insgeheim schielt Union aber Richtung Bundesliga, läuft es gut, könnte man dieses Jahr zeitweise oder sogar dauerhaft vor Hertha stehen, wenn der Absteiger schwächelt. Ohnehin ist es so, dass die Köpenicker seit Jahren kontinuierlich wachsen und ausbauen, während sich die verschuldeten Nachbarn gesundschrumpfen müssen. Das führt zu der Frage: Gibt es sogar langfristig einen Führungswechsel in der Stadt?

Die Neuzugänge bei Hertha BSC

Die Neuzugänge bei Hertha BSC
Weder der frühere Publikumsliebling Patrick Ebert (links) noch der Ex-Bayern-Spieler Christian Lell (rechts) bekam von Hertha nach dem Abstieg eine Vertragsverlängerung. Beiden werden die neue Saison in Spanien beginnen. Ebert wechselte nach Real Valladolid und Lell unterschrieb einen Einjahresvertrag bei UD Levante.Weitere Bilder anzeigen
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20.08.2012 13:05Weder der frühere Publikumsliebling Patrick Ebert (links) noch der Ex-Bayern-Spieler Christian Lell (rechts) bekam von Hertha nach...

„Damit befasse ich mich nicht, mich interessiert nur die kommende Spielzeit“, sagt Hertha-Manager Michael Preetz. „Aber ich weiß, unsere Fans interessieren die beiden Derbys sehr und wir sollten da besser abschneiden als vor zwei Jahren.“

Das wollen sie bei Union natürlich verhindern, als krassen Außenseiter sieht Trainer Uwe Neuhaus seine Mannschaft nicht mehr: „Wir haben schon vor zwei Jahren bewiesen, dass wir sportlich mithalten können.“ Damals gewann Union nach einem 1:1 daheim im Olympiastadion 2:1. Mit Torhüter Daniel Haas, Verteidiger Fabian Schönheim und Stürmer Adam Nemec haben drei der fünf Neuzugänge schon mal in der Bundesliga gespielt. In der Vorbereitung verlor Union kein Spiel, gegen den Spitzenklub PSV Eindhoven gab es ein respektables 1:1.

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