Causa Frank Menz : Ein Cheftrainer, der keiner war

Das Fachmagazin „BIG“ hat vermeldet, dass der Basketball-Bundestrainer Frank Menz nicht mehr für die A-Nationalmannschaft zuständig ist. Weder er selbst, noch der Deutsche Basketball Bund nehmen dazu Stellung.

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Acht Monate nach der Basketball-EM scheint Bundestrainer Frank Menz doch noch vom desaströsen Turnier seiner Mannschaft eingeholt worden zu sein.
Acht Monate nach der Basketball-EM scheint Bundestrainer Frank Menz doch noch vom desaströsen Turnier seiner Mannschaft eingeholt...Foto: Imago

Acht Monate nach der Basketball-EM scheint Bundestrainer Frank Menz doch noch vom desaströsen Turnier seiner Mannschaft eingeholt worden zu sein. Das Fachmagazin „BIG“ hat vermeldet, der Deutsche Basketball-Bund (DBB) werde den 50-Jährigen zurück ins zweite Glied schicken. Hinter vorgehaltener Hand wird die Demission in der Basketballszene bereits bestätigt, auch wenn bislang weder der DBB noch Frank Menz selbst dazu Stellung nehmen wollen. Damit muss sich der Verband bis zur EM-Qualifikation, die am 10. August beginnt, einen neuen Nationalcoach suchen. Menz besitzt noch einen gültigen Vertrag bis 2016, sein Weiterwirken als Chef der A-Nationalmannschaft scheint aber ausgeschlossen.

Eigentlich sollte der langjährige Nachwuchsbundestrainer aus jüngeren Spielern eine schlagkräftige Mannschaft für die Zukunft formen, sein erstes großes Turnier – die EM in Slowenien im vergangenen September – wird allerdings als vielfältiger Fehlschlag in Erinnerung bleiben. Nach einem sensationellen Auftaktsieg gegen den späteren Europameister Frankreich verlor das deutsche Team gegen Belgien, die Ukraine und Großbritannien und schied nach der Vorrunde aus. Schlimmer noch als die sportliche Darbietung war das Bild, das Menz ablieferte.

In Auszeiten wirkte er mutlos und schien den Überblick verloren zu haben, zudem ließ er sich von seinem Kapitän Heiko Schaffartzik über den Mund fahren. Abseits des Feldes schien der Bundestrainer mit Druck und medialer Aufmerksamkeit überfordert zu sein. Nach dem blamablen Ausscheiden flüchtete sich Menz in nebensächliche Statistiken wie die Freiwurfquote seines Teams und bekannte mit einer Mischung aus Offenheit und Unbedarftheit, die EM sei ein unwichtiges Turnier gewesen. Was nicht nur bei Fans, sondern auch bei TV-Partnern des DBB überhaupt nicht gut ankam.

Viel Zeit bleibt dem DBB für die Kandidatensuche allerdings nicht: Ende Juni soll die Nationalmannschaft mit der Vorbereitung auf die EM-Qualifikationsspiele beginnen. Die Basketball-Bundesliga verbietet den Trainern der Erstligisten weiter, in Doppelfunktion Cheftrainer der A-Nationalmannschaft zu sein. Sollte Bambergs Coach Chris Fleming allerdings seinen fünften Meistertitel in Serie verpassen und bei den erfolgsverwöhnten Bamberger Verantwortlichen in Ungnade fallen, könnte der ehemalige U-20-Nationalcoach für die Stelle beim DBB frei werden. Seit kurzem dürfen zudem Bundesliga-Co-Trainer Nationaltrainer werden. Prominentester Assistent ist Emir Mutapcic von Bayern München, der ehemalige Alba-Coach war ebenfalls bereits U-20-Nationalcoach.

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