Sport : Die gemeine Wette

Robert Ide

über das neueste Spiel der privaten Buchmacher Theo Zwanziger spielt am liebsten die Dreierwette. Dabei muss man drei Fußballspiele richtig tippen. Die Dreierwette gibt es bei Oddset, dem staatlichen Anbieter von Sportwetten. Doch nicht alle Fußballfans tun es dem Präsidenten des Deutschen Fußball-Bundes gleich. Viele zocken lieber bei den privaten Anbietern im Internet. Da sind meist die Quoten besser, und man kann auf alles Mögliche setzen. Auf die Anzahl der Gelben Karten in einem Spiel. Auf den Trainer, der als nächstes entlassen wird. Und neuerdings auf Oddset.

Seit Freitag bietet der Buchmacher Intertops die Wette an, dass Oddset wegen des Manipulations-Skandals als Sponsor der Fußball-Weltmeisterschaft 2006 zurücktritt. Wer darauf setzt, dass Oddset als WM-Förderer aussteigt, kann mit 10 Euro Einsatz 40 Euro gewinnen. Für den Fall, dass Skandal-Schiedsrichter Robert Hoyzer als Wettmanager bei Oddset angestellt wird, lautet die Quote sogar 10 000 : 10.

Irgendwie ist das ganz schön gemein von den privaten Wettanbietern. Während sich Oddset, der DFB und die Staatsanwaltschaft noch darum streiten, wer wen wann worüber informiert hat, macht sich die Konkurrenz einen Spaß. Theo Zwanziger steht nun unter einem dreifachen Zwang, den Skandal aufzuklären. Als DFB-Präsident. Als Vizepräsident des WM-Organisationskomitees. Und als treuer Oddset-Spieler.

0 Kommentare

Neuester Kommentar