Sport : Ein Verteidiger greift an

Fabian Schönheim hat sich bei Union durchgesetzt – in der Defensivarbeit sieht er aber vieles im Argen.

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So könnte Union spielen:



Haas – Kopplin, Stuff, Schönheim, Kohlmann – Parensen – Quiring, Özbek – Mattuschka – Terodde, Nemec.

Berlin - Fabian Schönheim ist jetzt nicht mehr nur Zeitarbeiter beim Zweitligisten 1. FC Union. Aus dem Leihspieler vom Erstligisten FSV Mainz 05 wurde vor sechs Tagen ein Festangestellter mit Vertrag bis 2015. Mit 27 Einsätzen, davon 25 von Beginn an, entwickelte sich der 26 Jahre alte Innenverteidiger in dieser Saison zum Stammspieler. Auch im heutigen Spiel der Berliner bei 1860 München (13.30 Uhr, live bei Sky) steht Schönheim in der Startelf, die die Serie von sieben Auswärtspartien ohne Sieg beenden möchte.

Mit seinem ersten Jahr in Köpenick ist Schönheim zufrieden, nachdem der frühere Profi des 1. FC Kaiserslautern in der Spielzeit 2011/12 in Mainz nur einmal in der Bundesliga und zehnmal in der Regionalliga mitwirken durfte. „Bei Union erlebe ich im Prinzip mein erstes richtiges Zweitliga-Jahr. Ich bin sehr froh, dass man mir die Möglichkeit gegeben hat, konstant durchzuspielen“, sagt Schönheim. „Wenn man davon absieht, dass ich eine Rote Karte bekommen habe und auch einmal wegen Krankheit gefehlt habe, war es ein gutes Jahr für mich. Vom Potenzial her habe ich aber noch Luft nach oben.“

Schönheim konnte bei den Fans Pluspunkte sammeln, als er im Februar gegen den FC Ingolstadt (1:1) durch sein emotional-aggressives Verhalten inklusive eines angedeuteten Spuckens auf den Elfmeterpunkt den Ingolstädter Ilijan Micanski so verunsicherte, dass dieser einen Strafstoß an die Latte setzte. Mit Zahlen belegt ist dagegen, dass auch Schönheim die Abwehr noch nicht stabilisieren konnte. Obwohl die Elf als Gesamtprodukt das mit Rang fünf bis sieben ausgegebene Saisonziel erreichen kann, hinkt die Defensive den Ansprüchen hinterher. 44 Gegentreffer bedeuten die schlechteste Bilanz aller Vereine auf den Plätzen eins bis elf. Schönheim sieht aber nicht nur die in erster Linie mit Abwehraufgaben betrauten Mitspieler in der Pflicht. „Ich sage nicht, dass unsere Stürmer völlig unbedarft sind, was die Abwehrarbeit angeht. Aber es gehört eine mannschaftliche Geschlossenheit dazu, um komplett gegen eine im Angriff befindliche Mannschaft verteidigen zu können“, sagt Schönheim. Als Beispiel nennt er den FC Bayern München. „Viele Angriffe verhindert Stürmer Mario Mandzukic allein durch seine Laufwege. Das ist ein Punkt, wo wir hinkommen müssen.“

Die Taktik bleibe aber Sache von Trainer Uwe Neuhaus, der in den vergangenen Jahren in erster Linie auf ein 4-4-2-System mit Mittelfeld-Raute setzte. Allerdings geht beim früheren Abwehrspieler Neuhaus die Offensive vor. „Ich weiß, dass hier lieber ein 4:3 als ein 1:0 gesehen wird“, sagte Schönheim. „Mein Anspruch als Abwehrspieler ist es aber, lieber 1:0 zu gewinnen.“

Schönheim hofft, dass das Verteidigen im Mannschaftsverbund kommende Saison besser klappt. Dafür wolle er sich als Führungsspieler einbringen. Gern würde er bei Aufsteiger Braunschweig abschauen. „Die Eintracht war von den Spielern her nicht die stärkste Mannschaft. Aber sie steigt auf, weil sie mannschaftlich geschlossen ist“, sagt Schönheim. „Da müssen wir hinkommen, wenn wir auch das Ziel Bundesliga anpeilen wollen.“ Matthias Koch

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