Eurocup : Alba Berlin siegt in Vilnius und erreicht die nächste Runde

Alba Berlin liegt in Vilnius lange zurück, steigert sich aber in der zweiten Halbzeit und gewinnt 99:97. Die Sieg ist gleichbedeutend mit dem Einzug in die Runde der besten 16 Teams im Eurocup.

Ahmet Caki feiert mit Alba einen überraschenden Sieg in Vilnius und steht in der nächsten Runde. Foto: dpa
Ahmet Caki feiert mit Alba einen überraschenden Sieg in Vilnius und steht in der nächsten Runde.Foto: dpa

Eineinhalb Minuten vor Schluss konnte Alba Berlin jubeln. Erst blockte Tony Gaffney in der Verteidigung spektakulär seinen Gegenspieler Drew Gordon, im Gegenzug gelang Alba Berlins Power Forward ein noch größeres Highlight. Mit dem Rücken zum Korb stehend, leitete Gaffney einen hohen Pass direkt aus dem Handgelenk weiter zum 91:83 in den Korb. Der Gegner Lietuvos Rytas brauchte dringend eine Auszeit, der 32-jährige Gaffney joggte locker in Richtung Bank, wo ihn seine Mitspieler jubelnd im Empfang nahmen. Am Ende eines spannenden Eurocup-Spiels stand ein 99:97 (26:27, 21:27, 20:18, 32:25)-Auswärtssieg der Berliner, die sich damit für die nächste Runde des zweitwichtigsten Basketball-Europapokals qualifizierten. Im Fall einer Niederlage wäre Alba in der Gruppe B auf Schützenhilfe anderer Mannschaften angewiesen gewesen und hätte um das Weiterkommen zittern müssen. So aber steht das Team von Trainer Ahmet Caki in der Runde der besten 16 Mannschaften – und hat das erste erklärte Saisonziel damit erreicht.

Allerdings mussten die Berliner in der litauischen Hauptstadt am Mittwochabend dafür hart arbeiten und bis zur Schlusssirene zittern. Bis zur Halbzeitpause leistete sich Cakis Team viele defensive Aussetzer und etliche Ballverluste, das Resultat waren 54 Zähler für Vilnius und ein Rückstand von sieben Punkten. Nach dem Seitenwechsel zeigten sich beide Mannschaften in der Defensive engagierter, das Spiel wurde zerfahrener und phasenweise regelrecht chaotisch. Spannend blieb es trotzdem. Auf Seiten der Berliner war es wieder einmal Elmedin Kikanovic, der seine Mannschaft im Spiel hielt. Der Bosnier erzielte 29 Punkte und war damit vor Dragan Milosavljevic (19) bester Alba-Werfer. Der erst am Dienstag offiziell verpflichtete Carl English konnte seinem neuen Team noch nicht wirklich helfen: Der Kanadier stand bei seinem Debüt knapp fünf Minuten auf dem Feld, traf einen von vier Würfen und kam auf zwei Zähler.

In der entscheidenden Phase übernahmen neben Kikanovic aber auch Spieler die Verantwortung, die sonst eher selten offensiv glänzen: Malcolm Miller und Peyton Siva trafen extrem wichtige Dreipunktewürfe, Alba konnte sich rund vier Minuten vor der Schlusssirene auf 87:81 absetzen. In der Defensive überzeugte Tony Gaffney in dieser Phase mit mehreren starken Blocks und Rebounds. Und er schien Vilnius mit seinem artistischen Zirkus-Wurf den Knockout versetzt zu haben. Die Litauer aber gaben nicht auf, Alba leistete sich unnötige Ballverluste, zwei Sekunden vor Schluss hätte Ex-Alba-Profi David Logan die Partie mit zwei Freiwürfen ausgleichen und in die Verlängerung schicken können. Logan aber zeigte Nerven – und Alba durfte noch sehr viel lauter jubeln als eineinhalb Spielminuten zuvor. (Tsp)

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