FSV Mainz 05 : Thomas Tuchel kann auch Bundestrainer

Der Abschied von Thomas Tuchel in Mainz bringt unseren Autoren auf eine Idee: Warum sollte Tuchel nicht Bundestrainer werden? Ein Kommentar.

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Begabt für den ganz großen Fußball: Diesen Eindruck hat Thomas Tuchel längst vermittelt.
Begabt für den ganz großen Fußball: Diesen Eindruck hat Thomas Tuchel längst vermittelt.Foto: Imago

Heiliger Strohsack, was ist bloß in Mainz los? Trainer Thomas Tuchel hat trotz noch laufenden Vertrags für eine weitere Spielzeit die Lust und Laune und Kraft verloren. Er wolle nicht mehr Mainz trainieren, weil er „den nächsten Entwicklungsschritt“ seiner Mannschaft nicht mehr begleiten könne. Und Christian Heidel, der Manager, verkauft die sicher nicht ganz so alltägliche Situation nicht minder ungeschickt. Tuchel sei zwar nicht mehr Trainer, aber der Vertrag mit ihm werde nicht aufgelöst. Warum so verschwurbelt?

Den eigentlich viel komplizierteren Part dieser Personalie, nämlich diese Entscheidung ein halbes Jahr außerhalb der öffentlichen Wahrnehmung zu halten, haben sie beide in Mainz ziemlich gut hinbekommen. Nur der leichtere Teil der Übung geht den beiden irgendwie schwer von der Hand. Soll Tuchel doch sagen, dass er gern das Angebot eines größeren Vereins annehmen will, wenn es das denn gibt. Dann kauft dieser Verein den Trainer eben aus seinem laufenden Vertrag heraus – wie bei Spieler-Transfers. Es wäre nicht das erste Mal, dass eine Ablösesumme für einen Trainer fällig werden würde.

Vielleicht gibt es ja auch gar kein neues Angebot von Schalke oder aus Leipzig oder sonstwo. Vielleicht hält Thomas Tuchel einfach mal bis Mitte Juli die Füße still. Und landet dann plötzlich ganz oben.

Da gibt es ja noch eine Sommerveranstaltung mit ganz großer Strahlkraft. Die Fußball-Weltmeisterschaft in Brasilien. Gewinnt beispielsweise Deutschland den Titel, wird Joachim Löw auf dem Höhepunkt seiner Schaffenskraft als Bundestrainer bestimmt zurücktreten. Sehr wahrscheinlich wird er das auch tun, wenn er mit dieser veranlagten Mannschaft früh ausscheidet und damit zum vierten Mal an einem Titel vorbeischrammt. Wer aber sollte Löw dann folgen auf dem Posten des wichtigsten Trainers des Landes?

Wer würde unter diesen Umständen die deutschen Nationalmannschaft am 3. September im Testspiel gegen Argentinien betreuen? Die Vorstellung, dass das Thomas Tuchel sein könnte, ist nicht mal die abwegigste.

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