Handball - WM-Qualifikation : Trainer Martin Heuberger gegen Polen unter Druck

Die deutsche Handball-Nationalmannschaft der Männer kämpft am Sonnabend gegen Polen um die WM-Qualifikation – und den Job von Bundestrainer Trainer Martin Heuberger.

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Kampf für Katar. Nachdem die deutsche Mannschaft zuletzt Olympia und EM verpasst hat, will sie unbedingt zur WM 2015 nach Katar. Bundestrainer Martin Heuberger setzt dafür auf Talente wie Patrick Wiencek (rechts), der hier mit vollem Einsatz versucht, den Polen Bartosz Jurecki zu stoppen.
Kampf für Katar. Nachdem die deutsche Mannschaft zuletzt Olympia und EM verpasst hat, will sie unbedingt zur WM 2015 nach Katar....Foto: picture alliance / dpa

Heiner Brand hat sich zuletzt ziemlich rar gemacht. Seitdem er beim Deutschen Handball-Bund (DHB) die Funktion des Managers bekleidet, fallen in den Aufgabenbereich des ehemaligen Bundestrainers eher repräsentative Aufgaben. Netzwerken, Nachwuchsakquise, den eigenen Namen hergeben, solche Sachen halt. Unter dem Motto „Handball goes school“ ist Brand in den vergangenen Wochen und Monaten durch die Schulhallen der Republik getourt, klassische Basisarbeit, weit weg vom Leistungssport.

Trotzdem wird das Wort des 61-Jährigen, der als Spieler und Trainer den WM-Titel gewann, weiterhin sehr wohl registriert in der öffentlichen Wahrnehmung. Brand ist sich dessen bewusst, und wahrscheinlich hat er sich genau deshalb mal wieder zu Wort gemeldet in dieser Woche. „Ich sehe bei uns kein Trainerproblem, diese Diskussion ist unfair“, sagte Brand vor dem Rückspiel der Nationalmannschaft in den WM-Play-offs am Samstag gegen Polen (15.15 Uhr, live im ZDF). Mehr Unterstützung geht nicht.

Man muss dazu wissen, dass Brand ziemlich gut befreundet ist mit Martin Heuberger, seinem langjährigen Ko-Trainer und Nachfolger als oberster Handball-Lehrer des Landes. Nach zuletzt zwei verpassten Großereignissen unter Heubergers Verantwortung – bei den Olympischen Spielen 2012 und bei der EM 2014 waren die Deutschen nicht dabei – vertritt Brand diese Meinung allerdings ziemlich exklusiv. Wenn es die DHB-Auswahl heute in Magdeburg nicht schafft, die knappe Niederlage aus dem Hinspiel vor einer Woche (24:25) wettzumachen und tatsächlich die Qualifikation für die Weltmeisterschaft 2015 in Katar verpasst, dürfte es ungemütlich werden für Heuberger.

Das Hinspiel hat Deutschland 24:25 in Polen verloren

Andererseits stand es auch schon mal schlechter um den 50-Jährigen. „Das Hinspiel macht Mut, wir haben uns eine gute Ausgangsposition erarbeitet“, sagt Heuberger. In der Tat hat man die DHB-Auswahl lange nicht mehr so stringent und giftig gesehen wie am vergangenen Samstag in Danzig.

Im Positionsangriff zeigte sich die Mannschaft deutlich verbessert, die von Heuberger initiierte Rückkehr des lange Zeit ausgemusterten Spielmachers Michael Kraus erwies sich als richtige Entscheidung. Nicht weniger offensichtlich waren die Fortschritte im Abwehrzentrum. Für dieses strategisch wichtige Kampfgebiet hat sich Heuberger in Henrik Pekeler und Patrick Wiencek zwei ehemalige Junioren-Nationalspieler herangezogen, die ihre Lehrzeit auf höchstem internationalen Niveau anscheinend abgeschlossen haben. In Kombination mit einem glänzenden Silvio Heinevetter im Tor genügten diese Stärken für eine knappe 24:25-Niederlage, die vor dem Spiel womöglich jeder Nationalspieler einigermaßen zufrieden abgenickt hätte.

Heuberger hat das Siebenmeterwerfen nicht extra üben lassen

Nach dem Spiel sah das anders aus. „Wir hätten hier gewinnen können, beziehungsweise müssen“, sagte Heinevetter mit Blick auf die Torwurfstatistik. Drei verworfene Siebenmeter und zahlreiche ungenutzte Großchancen verhinderten ein besseres Resultat. „Wir dürfen jetzt nicht den Fehler machen und das Hinspiel schlechtreden, ich habe einen guten Auftritt gesehen“, sagt Heuberger. „Ich gehe davon aus, dass wir das bessere Ende für uns haben werden.“ Im Sinne des deutschen Handballs, aber auch unter ganz persönlichen Aspekten.

Schwer zu sagen, ob dieser Optimismus zur Schau gestellt ist oder tatsächlich existiert, aber die kleinen Parameter sprechen für die zweite Variante. Heuberger hat dieser Tage versichert, dass er für den Fall der Torgleichheit nach Hin- und Rückspiel nicht explizit Strafwürfe hat üben lassen. „Wir packen das in 60 Minuten“, sagte Heuberger.

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