Hockey-Männer verpassen Finale : Enttäuschung statt Wunder

Es kann nicht immer klappen. Die deutschen Hockey-Männer verpassen diesmal das olympische Finale. Gegen Argentinien gelingt im Halbfinale kein neuerliches Wunder.

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Da bleibt nur Ratlosigkeit. Deutschlands Kapitän Moritz Fürste braucht nach dem Halbfinal-Debakel Trost vom Bundestrainer.
Da bleibt nur Ratlosigkeit. Deutschlands Kapitän Moritz Fürste braucht nach dem Halbfinal-Debakel Trost vom Bundestrainer.Foto: dpa

Die Hoffnung auf das zweite Wunder von Deodoro war schon früh dahin. Im Viertelfinale des olympischen Turniers hatten die deutschen Hockey-Männer Neuseeland am Sonntag in einem maximaldramatischen Spiel mit drei späten Toren noch 3:2 besiegt, auch im Halbfinale am Dienstag lag das Team von Bundestrainer Valentin Altenburg gegen Argentinien schnell zurück. Diesmal reichte es aber nicht zu einer mirakulösen Auferstehung: Im Gegensatz zu den am Ende immer nervöser werdenden Neuseeländern blieb der Außenseiter aus Argentinien gegen den Olympiasieger cool – auf beiden Seiten des Platzes. Die Südamerikaner verteidigten verbissen und konzentriert, vor allem nutzten sie aber ihre eigenen Torchancen mit größtmöglicher Effizienz. Zwischenzeitlich stand es 0:5 aus Sicht der favorisierten Deutschen, am Ende mussten sie sich mit 2:5 (0:2, 0:1, 0:1, 2:1) geschlagen geben.

Argentiniens Hockeyspieler ziehen damit erstmals in ein großes internationales Endspiel ein, die Deutschen müssen sich nach den Goldmedaillen von London 2012 und Peking 2008 mit dem kleinen Finale um Bronze am Donnerstag begnügen. „Heute werden wir uns nicht aufrichten, heute werden wir trauern“, sagte Bundestrainer Altenburg nach der Niederlage. „Aber wenn wir morgen aufstehen, dann werden wir aufgerichtet sein.“

Bei 31 Grad und praller Sonne zur Mittagszeit gerieten die Deutschen schnell in Rückstand. Schon zur Halbzeit stand es 0:3, Argentinien hatte sich drei Strafecken erarbeitet, Gonzalo Peillat verwandelte alle drei. Die Ecken seien „durch drei dumme Situationen“ entstanden, sagte der Berliner Martin Häner, „und die Argentinier haben nun einmal den weltbesten Eckenschützen“.

Die Argentinier strotzten vor Selbstvertrauen und gewannen fast jeden Zweikampf

Angefeuert von etlichen Fans im Publikum strotzten die Argentinier nun vor Selbstvertrauen und gewannen fast jeden Zweikampf. Die Deutschen rannten an, fanden aber keine Lücke und kassierten zum Entsetzen der deutschen Zuschauer im Hockey-Stadion von Deodoro selbst zwei weitere Gegentore.

Beim Stand von 0:5 nahm Altenburg im Schlussviertel den Torhüter heraus, Häner streifte sich das Trikot des zusätzlichen Feldspielers über. Im Gegensatz zum unglaublichen Comeback im Viertelfinale gegen Neuseeland brachte die Maßnahme aber nicht noch einmal die Wende. Mehr als zwei späte Treffer durch Kapitän Moritz Fürste, der eine Strafecke und einen Siebenmeter verwandelte, sprangen nicht mehr heraus. Nach Spielende sackten die Deutschen auf dem blauen Kunstrasen zusammen, die Argentinier hüpften vor Freude fassungslos über das Feld.

Die deutschen Spieler wollten den Kraftakt gegen die Neuseeländer nicht als Grund für die Niederlage gelten lassen. „Klar könnte ich das jetzt als Ausrede anführen“, sagte Fürste. „Am Ende des Tages haben wir heute einfach nicht unsere Leistung gebracht.“ Auch der Hamburger Tobias Hauke sah weder das Viertelfinale noch die Kaltschnäuzigkeit der Argentinier als Grund für das Verpassen des Endspiels. „Ich glaube einfach, dass wir heute nicht gut genug waren, um Argentinien zu schlagen“, sagte Hauke.

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