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Sport : Leistungssportler werden an der Humboldt-Uni künftig unterstützt

28.12.1999 00:00 UhrVon Ingo Wolff

Der Weg zwischen dem Sportinstitut der Humboldt-Universität (HUB) und der Schwimmhalle im Sportforum Hohenschönhausen beträgt eigentlich nur 700 Meter. Für viele Leistungssportler lagen dazwischen aber oft Welten. Nicht weil Schwimmer diese kurze Distanz nicht ohne weiteres zu Fuß gehen könnten, sondern weil sich der Stundenplan eines Studiums und Training auf Spitzenniveau schwer miteinander vereinbaren ließen. Das wird sich in Zukunft ändern. Auch für die Schwimmerin Cathleen Rund, die als eine der Ersten unter besonderen Bedingungen seit einigen Monaten zwischen besagter Halle und den Vorlesungsräumen hin- und herpendelt.

Denn seit Beginn des Wintersemesters 1999/2000 wird Hochleistungssportlern im Diplomstudiengang Sport an der HUB hilfreich zur Seite gestanden.

Bedingung ist auch für Spitzensportler, dass sie die Aufnahme unter normalen Bedingungen schaffen würden. Dazu gehört ein sportlicher Leistungsnachweis und ein entsprechend gutes Abitur. Es wird also trotz Numerus clausus kein "normaler" Student benachteiligt. Institutsdirektor Professor Roland Wolff sagt zu bestehenden Vorbehalten: "Wir dürfen nicht das Auffanglager für Scheinstudenten werden. Wir müssen unser wissenschaftlich hohes Niveau halten." Von Seiten des Olympiastützpunktes Berlin (OSP) besteht darin keine Sorge. Ihre Laufbahnberater empfehlen ohnehin nur Sportler, die dem Niveau gewachsen sind. Eine Empfehlung durch den OSP ist für die Aufnahme Pflicht.

Grundlage ist eine Vereinbarung zwischen dem Sportinstitut und dem OSP, die Erleichterungen im Studienablauf für Leistungssportler bringen sollen. Dies bedeutet allerdings kein Schmalspurstudium. Sportler müssen bis zum Ende des Studiums gleiche Qualifikationen erbringen wie alle Studenten. Möglich ist es aber, Prüfungen zu verschieben, Leistungsnachweise alternativ zu erbringen oder die Studienzeit zu verlängern. Es wird jeweils nach Einzellösungen gesucht, dass Studium leistungssportgerecht zu gestalten. Bisher gilt die Regelung nur für den Sport. Es gibt aber bereits Gespräche mit der Gesamt-Uni über eine Erweiterung auf andere Studiengänge. Unterstützung gibt es dafür vom OSP und vom Landessportbund. Immerhin sind Vereinfachungen an anderen Unis seit längerem Praxis. Berlin ist aber mit 15 Prozent der deutschen Bundeskaderathleten größter OSP. Eine Lösung war daher dringend geboten.

Profitieren werden von der Zusammenarbeit auch die beiden Einrichtungen. Genau genommen ist die Studentenregelung auch nur ein Ergebnis der bisherigen Arbeit. Denn eine Kooperation zwischen der Uni und dem OSP existiert bereits seit 1996. Darin enthalten sind gemeinsame Forschungsprojekte, gemeinsame Geräteanschaffungen und Austausch von Informationen und Personalkapazitäten. Jochen Zinner, Leiter des OSP, sieht darin einen Fortschritt für den Sportstandort Berlin: "Damit können wir erstklassige Bedingungen zur Betreuung von Sportlern vom Schulbeginn bis zum Studienende schaffen. Wir erhalten wissenschaftliche Ergebnisse, probieren sie in der Praxis aus und geben sie an die Uni zurück. Wir erhalten dann noch wirkungsvollere Informationen." Cathleen Rund wird es freuen. Sie kann den Weg zwischen Schwimmhalle und Uni dann noch entspannter gehen.

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