Nach Sieg in Bilbao : Alba Berlin ist schwer auszurechnen

Alba Berlin spielt flexibel wie lange nicht und überzeugt trotz mehrerer Ausfälle auch beim 94:86-Sieg im Eurocup gegen Bilbao.

Marius Grigonis, hier in der Bundesliga gegen Bamberg, überzeugte im Eurocup auf ungewohnter Position.
Marius Grigonis, hier in der Bundesliga gegen Bamberg, überzeugte im Eurocup auf ungewohnter Position.Foto: Nicolas Armer/dpa

Es war nicht der Tag des Dennis Clifford. Zwei Punkte hatte der Center von Alba Berlin erst erzielt, dazu deutlich weniger Minuten gespielt als üblich, als sein Arbeitstag zu Beginn des letzten Viertels vorzeitig endete. Nach seinem fünften Foul musste der US-Amerikaner vom Parkett. Passend kommt solch eine Hinausstellung im Basketball nie, manchmal verändert sie die Dynamik der Begegnung und wenn – wie bei den Berlinern am Mittwoch im Eurocup in Bilbao – schon vorher zwei großgewachsene Spieler fehlen, kann sich ein Spiel auch ganz schnell drehen. Tat es aber nicht, Alba Berlin siegte 94:86 – und das hat maßgeblich mit dem Reifeprozess zu tun, den Albas junge Mannschaft seit Saisonbeginn durchläuft.

Das Auswärtsspiel in Bilbao war eine gute Demonstration dessen, was Trainer Aito Garcia Reneses von seinem Team erwartet: Vielseitigkeit, Ausgeglichenheit, Lernwilligkeit. Nach Kapitän Niels Giffey, der mit einer Bänderverletzung im Daumen mehrere Wochen ausfällt, mussten die Berliner auch auf Tim Schneider verzichten, den ein Magen-Darm-Virus außer Gefecht setzte. Für die zwei großen Positionen blieben somit nur noch drei Spieler übrig. Als Clifford vorzeitig ausschied, waren es mit Luke Sikma und Bogdan Radosavljevic nur noch zwei. Und so musste sich Reneses etwas einfallen lassen. „Uns haben zwei wichtige Spieler gefehlt, die auch noch auf der selben Position spielen“, sagte Reneses. „Deshalb mussten einige Jungs auf ungewohnten Positionen spielen und das ist nicht einfach.“

Marius Grigonis ließ es aber einfach aussehen. Der Litauer rückte über weite Strecken des Spiels auf die Power-Forward-Position, blieb ohne Fehlwurf und erzielte 14 Punkte. Damit war er einer von gleich sieben Berlinern, die zweistellig punkteten. Alba ist in dieser Saison nicht von einem überragenden Spieler abhängig und damit schwer auszurechnen. In den ersten Spielen waren es vor allem Clifford und Sikma, die in der Zone punkteten. Seit einigen Wochen ist Peyton Siva (15 Punkte, 7 Assists) wieder gut in Form und Alba trifft wie gegen Bilbao viele Dreipunktewürfe. Den Einzug in die Runde der besten 16 Mannschaften hat Alba nach dem vierten Sieg im fünften Spiel fast sicher. Schon am kommenden Dienstag können die Berliner die Qualifikation für das Top 16 mit einem Erfolg in Belgrad perfekt machen.

Vorher steht Alba in der Bundesliga aber vor einer schweren Aufgabe. Am Samstag (20.30 Uhr, Telekomsport) ist das Team in Bayreuth zu Gast. Clifford und Schneider sind dann wieder dabei – und Grigonis zurück auf seiner angestammten Position als Shooting Guard. (Tsp)

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