Neuer Trainer bei den BR Volleys : Roberto Serniotti will vieles ändern

Die BR Volleys stellen ihren neuen Trainer Roberto Serniotti vor: Und der Nachfolger von Mark Lebedew hat beim Berliner Volleyball-Bundesligisten viel vor.

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Champions-League-Sieger. Serniotti hat einige Erfolge vorzuweisen.
Champions-League-Sieger. Serniotti hat einige Erfolge vorzuweisen.Foto: dpa/Pedersen

Eines stellte Roberto Serniotti sofort klar. Der neue Trainer der BR Volleys sagte in abgehaktem Englisch, er wisse, dass er in Berlin noch viel lernen müsse. Aber der Italiener hat sich auch viel vorgenommen. Neben der Volleyball-Meisterschaft und einem guten Abschneiden in der Champions League will er vor allem eines erreichen: „Es ist wichtig, die Seele dieser Mannschaft zu verändern“, sagte Serniotti. Das ist ein großes Ziel, seit gestern geht er es nun offiziell an.

Am Mittwoch wurde Serniotti als neuer Trainer des Deutschen Vizemeisters vorgestellt. Der gebürtige Turiner erhält einen Vertrag bis 2017. Nach fünf erfolgreichen Jahren unter dem Australier Mark Lebedew soll er die Position des Vereins in der Bundesliga und in Europa noch weiter ausbauen – diesen Anspruch formulierte zumindest Kaweh Niroomand. Der Volleys-Manager ist überzeugt, in Serniotti dafür genau den Richtigen gefunden zu haben. „Roberto besitzt vor allem eine lange Erfahrung in Italien, einer der besten europäischen Ligen.“ In Italien wurde er zweimal Meister und viermal Pokalsieger. Außerdem arbeitete er auch in Griechenland, Russland und Frankreich. Dort, bei Tours VB, gelang ihm auch der größte Erfolg seiner bisherigen Laufbahn. 2005 gewann er als Cheftrainer überraschend die Champions League. Sechs Jahre später wiederholte er diesen Triumph als Co-Trainer beim italienischen Klub Trentino.

Genau deshalb hält auch Niroomand so große Stücke auf ihn. „Roberto weiß genau, wie er sich auf dieser Ebene in der Champions League bewegt“, betonte der Volleys-Manager. Der 62-Jährige lobte dessen Erfahrung in der Zusammenarbeit mit Topspielern und Talenten, auch dessen kommunikative Fähigkeiten schätzt er. „Wir brauchen keinen Sklaventreiber, sondern andere Methoden“, sagte Niroomand. „Er muss auch auf die erfahrenenen Spieler eingehen können.“

Dieser Ansatz entspricht Serniottis Philosophie. „Ich mag es nicht, im Training zu viel zu unterbrechen und zu korrigieren“, sagte er. „Eine gute Mannschaft kann auch ohne den Trainer arbeiten.“ Auch seinen Spielstil kündigte er klar an: „Mir ist eine gute Organisation auf dem Feld am wichtigsten.“

Die Berliner Spieler sind sehr gespannt auf den neuen Trainer

So ist auch Robert Kromm sehr gespannt auf den neuen Trainer. „Besonders im technischen und taktischen Bereich erwarte ich, viel von ihm dazuzulernen“, sagte der Diagonalangreifer der Volleys. „Da können wir noch einen Schritt nach vorn machen.“ Das italienische Spiel, das Serniotti vertritt, wirke vielleicht nicht so aggressiv, erzählte Kromm. „Stattdessen setzen die Italiener auf eine starke Defensive und schauen mehr darauf, wie man den Gegner an dessen Schwächen packen kann.“ Ansonsten hat der 31-Jährige zwischen Serniotti und dessen Vorgänger Lebedew sogar schon eine Parallele bemerkt: „Roberto ist auch ein eher ruhiger Typ.“

Dass er in große Fußstapfen tritt, ist Serniotti bewusst. „Mark Lebedew hat mit guten Resultaten erfolgreich hier gearbeitet, es wird schwer, diesen Platz jetzt zu besetzen“, sagte der 53-Jährige. Doch er schob sofort hinterher: „Ich bin bereit.“ Besonders, nachdem er in der vergangenen Saison ein Sabbaticaljahr eingelegt hat. „Ich war von den Angeboten nicht überzeugt, und ich muss von einem Projekt überzeugt sein, wenn ich es angehe.“ Bei den Volleys ist das nun offenbar der Fall.

„Ich bin in einem speziellen Moment in Berlin angekommen“, betonte Serniotti, der mit seiner Frau und seinem Sohn nach Berlin zieht. Denn nicht nur Lebedew hat ja den Klub verlassen, sondern auch viele verdiente Spieler. Als seine erste Aufgabe sieht er deshalb, den Kader zu vervollständigen. Bisher haben die Volleys erst sechs Spieler für die nächste Saison unter Vertrag, in zweieinhalb Monaten steht der Trainingsbeginn an. Mit Sportdirektor Roko Sikiric sei er deshalb konstant auf Spielersuche.

Und bis zum Saisonstart hat er sich noch mehr vorgenommen. Der Italiener spricht zwar auch exzellent Französisch, doch sein Englisch holpert sehr – Deutsch spricht Serniotti gar nicht: „Auch da will ich noch viel lernen.“

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