Protest gegen RB Leipzig : 1. FC Union: Alles auf Rot

Nachdem sich die Fans des 1. FC Union beim vergangenen Heimspiel gegen RB Leipzig in schwarze Müllsäcke gehüllt hatten, ruft eine Ultragruppe nun zu einer neuen Protestfarbgebung auf. Etwas öde? Ein Kommentar.

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Gestern schwarz, heute rot: die Protestaktionen der Union-Fans gegen RB.
Gestern schwarz, heute rot: die Protestaktionen der Union-Fans gegen RB.Foto: dpa

Es steht viel Sport auf dem Programm an diesem Wochenende: Leichtathletik-WM, Formel 1, Saisonstart der Füchse und Eisbären, Fußball-Bundesliga und in Liga zwei tritt der 1. FC Union bei 1860 München an. Doch die kommende Woche wirft bereits Schatten voraus, gemeint ist Unions Heimspiel am Freitag gegen Rasenballsport, genannt RB, Leipzig.

Nachdem die Berliner Fans sich im Vorjahr in schwarze Müllsäcke gehüllt hatten, ruft die Ultragruppe Wuhlesyndikat jetzt das Publikum auf, in Union-Rot zu erscheinen, egal ob Trikot, Jacke oder Pullover. „Ein Stadion in Rot“ lautet das Motto. Im ersten Moment könnte man sich fragen: Ja, fällt denen nichts Neues mehr ein? Den Protest des Vorjahres einfach recycelt, das Gleiche in Rot statt Schwarz und das im vielleicht letzten Heimspiel gegen die Leipziger? Tritt bei Union-Fans auch der Gewöhnungseffekt an RB ein, den sie anderen vorwerfen?

Ein Fortschritt zur Schwarzmalerei im Vorjahr

Erst einmal steht nirgendwo geschrieben, dass ein Protest Preise für Originalität gewinnen muss. In erster Linie sollte er ernst gemeint sein. Und der Autor dieser Zeilen hat schon den einen oder anderen Kommentar über Fanproteste gegen Leipzig geschrieben. Der darin erhobene Hauptvorwurf war, dass die Fans meist nur gegen etwas demonstrieren, nicht für etwas. Dass sie nur Ablehnung kundtun, aber keinen Gegenentwurf anbieten. Nun kann man darüber streiten, ob Union der eine Gegenentwurf zu RB ist, aber zumindest stellen die Fans nun ihren Verein in den Mittelpunkt, nicht den Gegner. Auch wenn der leider ebenfalls rötlich gekleidet aufläuft. Aber ein Fortschritt zur Schwarzmalerei im Vorjahr ist es in jedem Fall.

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