Rechtsverteidiger von Schalke : 1. FC Union verpflichtet Atsuto Uchida

Mit Atsuto Uchida wechselt ein erfahrener Spieler zum 1. FC Union. Allerdings hat der verletzungsanfällige Japaner in den vergangenen zwei Jahren kaum noch gespielt.

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Atsuto Uchida hat für Schalke mehr als 150 Pflichtspiele bestritten - zuletzt war er aber dauerverletzt.
Atsuto Uchida hat für Schalke mehr als 150 Pflichtspiele bestritten - zuletzt war er aber dauerverletzt.Foto: dpa

Beim 1. FC Union könnten Japanisch-Kenntnisse in den kommenden Monaten durchaus von Nutzen sein. Zum Beispiel, wenn es um Nachrichten zu Atsuto Uchida geht, die für dessen Fans in der Heimat übersetzt werden wollen. Uchida ist in Japan ein Mega-Star. Daran dürfte auch sein Wechsel vom FC Schalke in die Zweite Liga nichts ändern. Denn künftig wird der 29-Jährige für den 1. FC Union auflaufen. Die Köpenicker haben den Rechtsverteidiger für die kommende Saison unter Vertrag genommen. „Ich bin froh, dass dieser Wechsel so schnell geklappt hat und neugierig, was mich hier erwartet“, sagte Uchida.

Neugierig dürften auch die Fans der Berliner sein, denn Uchida bringt zwar viel Erfahrung mit – immerhin hat er 74 Länderspiele für Japan bestritten und mit Schalke in der Champions League gespielt – zuletzt war er allerdings fast schon dauerverletzt. In den vergangenen fünf Jahren hat er stolze 125 Pflichtspiele aufgrund von Verletzungen verpasst. In der Vorsaison kam er wegen Problemen an der Patellasehne zu keinem Bundesligaspiel und wurde nur einmal in der Europa League eingesetzt. Immerhin hat der 1,74 Meter große Profi die Saisonvorbereitung bei Schalke ohne neue Wehwehchen absolvieren können.

Dennoch werden sie bei Union wissen, dass sie mit Uchida Geduld haben müssen. Ohnehin ist es fraglich, ob der Japaner als Stammspieler von seinem früheren Trainer eingeplant wird. Viel lieber mag es Jens Keller, wenn sich zwei Spieler um eine Position bemühen. Da klaffte bisher auf der Rechtsverteidigerposition ein personelles Vakuum. Und so war es auch kein Geheimnis, dass der Verein noch nach einem Backup für Christopher Trimmel gesucht hatte.

Jens Keller kennt Uchida aus seiner Zeit als Schalker Trainer

Der ist nun gefunden. „Mit Atsuto Uchida haben wir einen sehr erfahrenen Spieler verpflichten können. Ich bin überzeugt davon, dass er uns noch stärker machen kann“, sagte Lizenzspieler-Chef Helmut Schulte am Montag. Der Japaner selbst freut sich vor allem darauf, „endlich wieder Fußball zu spielen“. Bei Union wird er die Rückennummer 2 tragen.

Zum zweiten Mal haben die Köpenicker einen Spieler aus Japan verpflichtet. In der Saison 2005/06 lief Yuzuru Okuyama im Stadion an der Alten Försterei auf. Der kam damals allerdings nur auf neun Einsätze und hinterließ keinen bleibenden Eindruck.

Das dürfte bei Uchida komplett anders werden, selbst wenn der ebenso selten zum Zuge kommen sollte. Bis zum frühen Abend wurde Unions Twittermeldung von der Uchida-Verpflichtung bereits mehr als 3000 Mal weiter verbreitet. Die Nachricht von der Zwei-Spiele-Sperre für Grischa Prömel nach dessen roter Karte am Sonntag beim 2:2 im Ligaspiel beim 1. FC Nürnberg brachte es hingegen noch nicht einmal auf zehn Retweets.

Uchida soll aber mehr als nur ein Marketing-Coup für Union werden. Ist er fit, kann er dem Team mit Sicherheit helfen. Physisch mag er nicht so beeindruckend daher kommen wie der 1,89 Meter große Trimmel, dafür war Uchida in seinen besten Schalker Zeiten einer, der 90 Minuten lang die Außenbahn entlang marschieren konnte. In der Saisonvorbereitung unter Schalkes Neu-Coach Domenico Tedesco durfte er sich zeitweilig in offensiverer Rolle im rechten Mittelfeld versuchen. Restlos überzeugen konnte er wohl nicht. Nun liegt es an Keller Uchidas Potenzial abzurufen. Dass sich beide gut kennen, dürfte dabei durchaus hilfreich sein.

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