Taktik von Trainer Norbert Düwel : 1. FC Union: Fatale Kettenreaktion

Der 1. FC Union diskutiert nach dem verpatzten Saisonstart über die Taktiken von Trainer Norbert Düwel. Sowohl beim 1:1 gegen Fortuna Düsseldorf als auch in Sandhausen erfolgte die Umstellung von Dreier- auf Viererkette.

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Taktische Unfeinheiten. Trainer Norbert Düwel stellte Unions Abwehr erneut während des Spiels auf eine Viererkette um – mit überschaubarem Erfolg.
Taktische Unfeinheiten. Trainer Norbert Düwel stellte Unions Abwehr erneut während des Spiels auf eine Viererkette um – mit...Foto: imago/Jan Huebner

Beim Zweitligisten 1. FC Union wurde am Montagvormittag im doppelten Sinn an der Beseitigung von Flutschäden gearbeitet. Vor und neben der Geschäftsstelle zeugt eine großflächige Baustelle davon, dass es in der vergangenen Woche einen gewaltigen Wasserrohrbruch gab, der aus der Geschäftsstelle im Forsthaus eine Insel gemacht hatte und die Keller volllaufen ließ. Keine 100 Meter entfernt diskutierten die Spieler parallel dazu in der Kabine, wie es zu der Torflut bei der 3:4-Niederlage am Sonntag beim SV Sandhausen kommen konnte. „Wir haben eine Analyse für uns innerhalb der Mannschaft gemacht. Wir haben versucht, es intern auszuwerten“, berichtete Verteidiger Fabian Schönheim. „Ich habe aber immer noch keine Lösung, warum wir dieses Spiel trotz zweimaliger Führung aus der Hand gegeben haben.“

Schon während der Wartezeit am Sonntag auf dem Flughafen in Frankfurt am Main und unmittelbar nach dem Abpfiff hatte es Diskussionen unter den Kickern gegeben. Angesichts des zwischen Rang eins und sechs liegenden Saisonziels passt ein Punkt nach zwei Spieltagen nicht wirklich in die Planung. „Wir haben nach dem Spiel klarere Worte gefunden als sonst. Wir standen ja auch mit einer Mannschaft auf dem Platz, in der es definitiv gestandene Spieler gab. Von daher sollte es solche Momente wie in Sandhausen nicht so oft geben“, erklärte Schönheim.

In beiden Saisonspielen wechselte Union von Dreier- auf Viererkette

Mit Verpflichtungen solch erfahrener Kräfte wie Benjamin Kessel und Stephan Fürstner wollte Trainer Norbert Düwel die Abwehrprobleme der vergangenen Saison beheben. 51 Gegentreffer sollten sich nicht wiederholen. Doch in Sandhausen gab es diesbezüglich einen Rückfall, den man bei einem Gegner dieser Kategorie sicher nicht eingeplant hatte. In den letzten 20 Minuten musste der noch zu den besten Unionern gehörende Schlussmann Daniel Haas drei Treffer hinnehmen. Im gesamten Spielverlauf sahen auch die Routiniers Christopher Trimmel, Kessel und Schönheim bei jeweils einem Treffer sehr schlecht aus. Das 4:3 fiel nach einer Ecke, bei der gleich mehrere Sandhäuser völlig allein gelassen wurden. Hier fehlte die ordnende Hand von Kapitän Damir Kreilach, Kessel oder Fürstner.

Sowohl beim 1:1 gegen Fortuna Düsseldorf als auch in Sandhausen erfolgte die Umstellung von der Dreier- auf eine Vierer-Abwehrkette. Zum Heimauftakt nach 45 Minuten beim Spielstand von 1:0, in Sandhausen nach 64 Minuten. Zu diesem Zeitpunkt lag Union mit 2:1 vorn. Obwohl Union in beiden Spielen nicht als Sieger vom Platz ging, machen dies die Spieler nicht an den taktischen Umstellungen fest. „Wir sind die Viererkette gewohnt. In der Vorbereitung haben wir viel an der Dreierkette gearbeitet, da hat es ordentlich funktioniert“, erklärte Schönheim. „Von daher darf das keinen Unterschied machen. Wir haben beide Systeme drin, wir müssen es nur besser umsetzen. Das soll keine Ausrede sein.“

Stephan Fürstner meint ebenfalls, dass die taktischen Änderungen definitiv nicht der Grund gewesen seien, warum das Spiel verloren wurde. Man habe dem Gegner einfach nicht das Gefühl gegeben, dass nichts mehr zu holen ist. Trotz der vergebenen Chance von Sandhausen gibt sich Fürstner vor dem Pokalspiel am Sonnabend beim Viertligisten Viktoria Köln und den nächsten Aufgaben in der Liga optimistisch. „Wir haben auch gute Ansätze gezeigt. Wir haben ein klares Ziel vor Augen und davon werden wir auch nach diesem Saisonstart nicht abweichen“, sagte Fürstner. „Wir haben verloren. Jetzt heißt es, selbstkritisch damit umzugehen und die Fehler aufzuarbeiten – aber auch den Blick nach vorn zu richten.“

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