• Vor dem Derby Darmstadt 98 - Eintracht Frankfurt: Fans müssen draußen bleiben - falscher Verein!

Vor dem Derby Darmstadt 98 - Eintracht Frankfurt : Fans müssen draußen bleiben - falscher Verein!

Fans von Eintracht Frankfurt dürfen die Innenstadt von Darmstadt wegen des Bundesliga-Derbys der beiden Klubs nicht betreten. Richtig oder naiv? Ein Kommentar.

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Keine Freunde fürs Leben. Fans von Eintracht Frankfurt mögen Darmstadt 98 nicht - und umgekehrt.
Keine Freunde fürs Leben. Fans von Eintracht Frankfurt mögen Darmstadt 98 nicht - und umgekehrt.Foto: dpa

Stellen Sie sich vor, Sie fahren in die Stadt, zum Shoppen oder um Freunde zu besuchen, doch die Polizei stoppt Ihren Wagen und sagt: Sorry, der Aufkleber an Ihrem Kofferraum, das ist leider der falsche Fußballverein.

So könnte es Menschen ergehen, die zwischen Freitagabend und Sonntagfrüh nach Darmstadt wollen und dumm genug sind, sich als Fans von Eintracht Frankfurt erkennen zu geben. Wegen des Bundesliga-Derbys am Samstagnachmittag hat die Stadt Darmstadt ein 36-stündiges Innenstadtverbot für Gästefans erlassen. Damit soll verhindert werden, dass Frankfurter Problemfans trotz des vom DFB verhängten Stadionverbotes randalieren.

Dass diese Angst nicht unbegründet ist, zeigen zahlreiche Hassplakate im Internet und die Randale vom Hinspiel, als einzelne Eintracht-Fans Fahnen verbrannten und das Spielfeld stürmten. Am Dienstagabend kam es bereits zu einer Schlägerei zwischen Fangruppen in Darmstadt.

Juristen streiten nun, ob sich dieses Vorgehen überhaupt mit dem Grundrecht der Reisefreiheit vereinbaren lässt. Der Fanclubverband hat bereits Klage eingereicht, zumal eine ähnliche Verordnung 2012 in Fürth gegen Nürnberg-Fans kassiert wurde. Befürworter sagen, was gegen Naziaufmärsche oder Rockertreffen helfe, müsse doch auch bei gewalttätigen Fußballhooligans möglich sein. Kritiker sprechen von Sippenhaft, die auch friedliche Eintracht-Fans treffe, von denen viele in Darmstadt leben.

Eines ist die Maßnahme in jedem Fall: naiv und gefährlich. Das Reiseverbot ist selbst mit massivem Polizeiaufgebot kaum zu kontrollieren. Und statt zu deeskalieren, wird Öl ins Feuer geschüttet.

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