Sport : WIE GEHT’S EIGENTLICH …? … ANSGAR BRINKMANN (41)

Foto: ddp

Interview: Johannes Ehrmann

Herr Brinkmann, wo erwischen wir Sie gerade?

Auf dem Highway, zwischen Koblenz und Osnabrück. Ich bin permanent in Sachen Fußball unterwegs. Ich scoute für Klubs der Ersten und Zweiten Liga. Außerdem habe ich meine A-Lizenz gemacht. Der Fußballlehrer steht demnächst an.

Aus Ihrer Spielerkarriere ist vor allem ein Spruch überliefert, der von ihrem Anrufbeantworter: „Bin bis fünf Uhr morgens in der Stammkneipe zu erreichen!“

Da war ich ein junger Spieler. Weil die „Bild“-Zeitung bei mir anrief, wusste es am Tag darauf ganz Deutschland. Eine blöde Sache, weil es gar nicht stimmte. Aber der Spruch verfolgt mich bis heute.

Bei dem Lebenswandel, den man Ihnen, dem „Trinkmann“, nachsagte, erstaunt es, dass Sie bis 38 aktiv waren.

Sie können alle meine Mitspieler oder Trainer fragen: Ich gehöre zu den Spielern, die am wenigsten getrunken haben. Ich habe nur zwei-, dreimal im Jahr gefeiert. Aber dann so, dass es alle mitbekommen haben.

Alles nur ein Image, das die Medien aufgebracht haben?

Was den Alkohol angeht: ja. Aber ein einfacher Spieler war ich natürlich nie. Ich habe mir ein paar Sachen geleistet, die man sich nur erlauben kann, wenn man um seinen Stellenwert weiß. Ich habe zum Beispiel meinen Husky zum Training mitgebracht. „Was ist das denn?“, hat der Trainer gefragt. „Mein Hund“, habe ich nur geantwortet.

Mit Eintracht Frankfurt schafften Sie 1999 in letzter Minute den Klassenerhalt – durch das 5:1 gegen Kaiserslautern, mit einem Tor Vorsprung vor dem 1. FC Nürnberg.

Ein legendäres Spiel in meinem Fußballerleben. Gegen Ballack, Rehhagel und Co. bei 36 Grad im Schatten solch ein Spiel zu machen, war unglaublich. Und in der 89. Minute kommen die Leute angerannt und schreien: „Wir brauchen noch ein Tor!“ Dann Fjörtofts Übersteiger, und 55 000 stürmen den Platz...

Trainer Jörg Berger kam damals sieben Spieltage vor Schluss. Wie hat er den Umschwung geschafft?

Er hat uns gesagt: „Jeder darf Fehler machen. Ich vertraue euch. Wir werden alles für die Eintracht geben, damit wir am Schluss in den Spiegel schauen können – so oder so.“ Und wir haben ihm geglaubt.

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