• WM 2014: Nach dem Triumph in Brasilien: Die Weltmeister sind auf dem Weg nach Deutschland

WM 2014: Nach dem Triumph in Brasilien : Die Weltmeister sind auf dem Weg nach Deutschland

Die deutsche Nationalmannschaft hat die Rückreise angetreten und wird am Dienstagvormittag auf der Fanmeile in Berlin erwartet. Fifa-Präsident Sepp Blatter zieht eine positive Bilanz der Weltmeisterschaft und die Auszeichnung für Lionel Messi als bester Spieler zieht viel Kritik auf sich. Der Tag im WM-Blog.

von und Julian Graeber
Der "Siegerflieger" steht bereit für die Rückkehr der Weltmeister. Von Rio de Janeiro geht es non-stop nach Berlin-Tegel.
Der "Siegerflieger" steht bereit für die Rückkehr der Weltmeister. Von Rio de Janeiro geht es non-stop nach Berlin-Tegel.Foto: dpa

21.00 Uhr: Die deutsche Mannschaft hat sich mittlerweile auf den Rückweg gemacht. Trotz der kurzen Nacht verabschiedeten sich Spieler und Trainerteam gutgelaunt von den brasilianischen und deutschen Fans. Am frühen Montagabend deutscher Zeit verließen die Weltmeister ihr Hotel in Rio de Janeiro und machten sich mit dem Bus auf den Weg zum Flughafen. Von dort geht es dann mit dem "Siegerflieger", einer Boeing 747 mit der Flugnummer LH 2014, non-stop nach Berlin, wo die Mannschaft um 9 Uhr am Flughafen Tegel erwartet wird.

Die Rückkehr der Weltmeister
Einmal die Polonaise über die Bühne.Weitere Bilder anzeigen
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15.07.2014 12:18Einmal die Polonaise über die Bühne.

Gegen 10.30 Uhr sollen die WM-Helden dann auf der Fanmeile vor dem Brandenburger Tor ankommen, wo der Titel mit den Fans gebührend gefeiert wird. Wer die vierte deutsche Weltmeistermannschaft mit eigenen Augen vor dem Brandenburger Tor sehen will, sollte spätestens um 9 Uhr vor Ort sein. Das Programm wird bereits um 8 Uhr morgens starten. Alles zum Empfang der Weltmeister auf der Fanmeile haben die Kollegen Stefan Jacobs und Tassilo Hummel hier zusammengefasst. Wer keine Zeit (oder Lust) hat, selbst auf die Fanmeile zu gehen, kann die Ereignisse bei uns im letzten Teil unseres WM-Blogs verfolgen.

20.35 Uhr: Natürlich hat sich auch unser Karikaturist Klaus Stuttmann dem WM-Triumph der deutschen Mannschaft gewidmet. Das Fahnenmeer zwischen Siegssäule und Brandenburger Tor wird sicherlich gewaltig sein. Doch ob die "Goldelse" ihren Platz in luftiger Höhe so einfach räumen wird, muss sich erst noch zeigen.

Karikatur: Klaus Stuttmann

19.50 Uhr: Der Debatte um die Auszeichnung als bester Spieler für Lionel Messi haben wir uns ja bereits umfangreich gewidmet. Eine prominente Stimme haben wir aber noch. Wenn selbst Diego Maradona die Rechtmäßigkeit der Ehrung des argentinischen Ausnahmespielers anzweifelt, soll das schon was heißen. Mindestens ebenso überraschend ist jedoch, was Fifa-Boss Sepp Blatter dazu zu sagen hat „Soll ich diplomatisch sein oder die Wahrheit sagen? Ich war selbst ein bisschen überrascht, dass Messi zum besten Spieler gewählt wurde“, sagte der Schweizer über die Wahl der Technischen Kommission der FIFA. Blatter kritisiert eine Entscheidung seines Verbandes, dass wir das noch erleben dürfen.

Die Auszeichnung zum besten Spieler war aber auch bei den vergangenen Turnieren nicht immer unumstritten. So hätten viele Experten 2010 doch lieber Andrés Iniesta oder Xavi von Turniersieger Spanien ausgezeichnet als den Uruguayer Diego Forlán. Und dass Zinédine Zidane den "Goldenen Ball" 2006 trotz seiner Attacke gegen den Italiener Marco Materazzi im Finale erhielt, sorgte unter Fairplay-Gesichtspunkten ebenfalls für Unverständnis.

19.30 Uhr: Bastian Schweinsteiger war die Anstrengung nach dem Finale anzusehen. Entkräftet lag er auf dem Boden, das Gesicht vom Schlag Sergio "Kun" Agueros gezeichnet. So oft war er kurz vorm Ziel gescheitert, doch diesmal konnte ihn nichts aufhalten. Im WM-Finale kämpfte Bastian Schweinsteiger den Kampf seines Lebens und krönte die zuvor unvollendete Generation um Philipp Lahm und Lukas Podolski doch noch mit einem großen Titel. Den Text von Stefan Hermanns über das Herz und Hirn der Mannschaft lesen Sie hier.

18.50 Uhr: Ob die Fifa da besonders amused sein wird? Popstar Rihanna, die sich ja schon im Turnierverlauf als Fan der DFB-Elf geoutet hatte, hat es mit der Nationalmannschaft ordentlich krachen lassen. So weit, so gut. In einem Tweet schreibt sie aber, dass sie den Pokal berührt, gehalten und geküsst habe. Das dürfen aber eigentlich nur aktuelle oder ehemalige Weltmeister und Staatsoberhäupter. Rihanna war es offensichtlich egal – und Mario Götze und Co. ebenfalls. Die übten sich mit der Sängerin fleißig in einer für Prominente immer wichtiger werdenden Disziplin, dem Selfie-machen. Hoffentlich haben die Spieler zwischen den ganzen Fotoaufnahmen auch noch Zeit gehabt, den Triumph zu genießen. Die Weltmeister von 1990 waren noch ganz analog unterwegs und feierten in Rom bis in die Morgenstunden. Die hatten aber auch Sepp Maier dabei, der mit der Videokamera alle Feierlichkeiten festhielt. Weitere Twitter-Reaktionen zum Sieg am gestrigen Abend finden Sie übrigens hier.

18.30 Uhr: Fifa-Präsident Joseph "Sepp" Blatter hat ein positives Fazit der WM in Brasilien gezogen. Auf einer Skala von 1 bis 10 gab er dem Turnier bei der Abschlusspressekonferenz eine 9,25. „Wenn jemand eine Zehn erreicht, dann hat er wohl eine ganz besondere Verbindung nach oben. Es war ein Fortschritt gegenüber Südafrika 2010, aber Perfektion gibt es nicht“, sagte Blatter. Ob die fehlenden 0,75 Punkte den ständigen Pfiffe gegen den umstrittenen Fifa-Patron geschuldet sind? Wirklich beliebt war Blatter bei den Zuschauern zumindest nicht und so war es nicht verwunderlich, dass er sich zumeist etwas im Hintergrund hielt.

Wie fällt ihr Fazit nach viereinhalb Wochen Fußball-WM aus, liebe Leserinnen und Leser? War das Turnier wirklich nah an der Perfektion, wie Blatter meint, oder fanden Sie die vorherigen Weltmeisterschaften besser? Hätten Sie sich vom spielerischen Niveau mehr erwartet oder hat der rauschenden Triumph der deutschen Mannschaft gegen Brasilien und der Thriller gegen Argentinien für einschläfernde Partien wie dem zweite Halbfinale zwischen der Messi-Elf und den Holländern entschädigt? Was kann – oder muss – in vier Jahren in Russland besser werden. Und viel wichtiger: Schließt Deutschland dann mit dem fünften Titel zu Brasilien auf. Diskutieren Sie mit, hier auf unserer Seite oder auf unseren sozialen Kanälen auf Facebook oder auf Twitter.

17.50 Uhr: Es war nach dem vorherigen Verlauf der WM nicht unbedingt damit zu rechnen, dass Mario Götze der umjubelte Finalheld sein würde. „Das lebende Selfie“ hat ihn "Die Zeit" während des Turniers genannt. Götze hat sich den Ruf erarbeitet, vor allem an sich selbst zu denken. Nach dem WM-Finale ist dieses Urteil dringend zu revidieren – und das hat nur bedingt damit zu tun, dass er jetzt in einem Atemzug mit Helmut Rahn, Gerd Müller und Andreas Brehme genannt wird. Den Artikel von unserem WM-Reporter Stefan Hermanns lesen Sie hier.

Die Reaktionen zum WM-Titel - Deutschland ist Weltmeister
Joachim Löw (Bundestrainer): „Die Spieler sind über ihre Grenzen gegangen und haben so viel gegeben wie noch nie, um das mitzunehmen, was sie noch nie hatten. Es waren zehn Jahre harte Arbeit. Wir sind in dieser Zeit immer besser geworden. Das war einfach fällig. Für mich ist das auch ein toller Erfolg. Die Mannschaft war eine verschworene Einheit, die für den Titel gekämpft hat.“Weitere Bilder anzeigen
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14.07.2014 10:49Joachim Löw (Bundestrainer): „Die Spieler sind über ihre Grenzen gegangen und haben so viel gegeben wie noch nie, um das...

17.15 Uhr: Für die Spieler des FC Bayern München wird es morgen ein langer Tag. Nach der Landung in Berlin geht es mit der gesamten Mannschaft auf die Fanmeile. Doch damit nicht genug der Feierei: Thomas Müller, Philipp Lahm, Manuel Neuer, Bastian Schweinsteiger, Jerome Boateng, Toni Kroos und Siegtorschütze Mario Götze werden anschließend auch in München gebührend empfangen. „Die Bayerische Staatsregierung, die Stadt München und der FC Bayern möchten unsere «Helden« unmittelbar nach ihrer Rückkehr am Münchner Flughafen kurz feiern“, hieß es in einer Presseerklärung des Rekordmeisters.

16.30 Uhr: Die argentinische Fußball-Nationalmannschaft ist mittlerweile wieder in Buenos Aires gelandet. Die Boeing 737 der Aerolíneas Argentinas überflog vor der Landung zweimal die Menschenmenge, die sich an der Zufahrtsstraße zum Flughafen Ezeiza angesammelt hatte, berichtet die Nachrichtenagentur AFP. „Es hätte uns gefallen, auf andere Art zurückzukommen“, sagte Javier Mascherano dem staatlichen Fernsehen.

Die Spieler stiegen mit ernsten Mienen auf der Landebahn in einen Bus um, der sie nach der Einreisekontrolle zum nur knapp ein Kilometer entfernten Trainingszentrum des Fußballverbands AFA transportierte. Dort wollte Staatschefin Cristina Fernández de Kirchner die Mannschaft um Lionel Messi und Mascherano empfangen.

16.10 Uhr: Sammler aufgepasst: Zum vierten Fußball-WM-Titel für Deutschland kommt eine Sonderbriefmarke heraus. Das Sonderwertzeichen zu 60 Cent für Standardbriefe wird in einer Auflage von fünf Millionen gedruckt und ist von diesem Donnerstag an zu kaufen, wie die Nachrichtenagentur dpa meldet. Auf der von Grafiker Lutz Menze aus Wuppertal entworfenen Marke steht „Deutschland Fußball Weltmeister 2014“. Die Spieler, Trainer und Betreuer der Nationalmannschaft sollen Ersttagsausgaben der Marke bekommen.

Zu sehen sind zwei Fußballer, aber ohne Gesicht. „Man möchte keinen Personenkult haben, so dass man eigentlich nur vermuten kann, wer es ist“, sagte der Designer. Das Motiv sehe sehr sportlich aus. Auch die Farben des Gastgeberlandes Brasilien seien erkennbar. „Grüner Rasen, gelbliche Sonne im Hintergrund und bläulicher Himmel.“

Marke für die Meister. Diese Sonderprägung kommt anlässlich des WM-Titels der deutschen Nationalmannschaft in Umlauf.
Marke für die Meister. Diese Sonderprägung kommt anlässlich des WM-Titels der deutschen Nationalmannschaft in Umlauf.Foto: dpa

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