Kommen SPD, Linke und Grüne 2017 zusammen? : #r2g - ein Code für Diskussionen

Neue Mehrheiten für das Land – das ist das Ziel all jener, die für eine rot-rot-grüne Annäherung werben. Wer aus SPD, Linken und Grünen beim Projekt #r2g die Fäden zieht - die Tagesspiegel-"Agenda" gibt einen Überblick.

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Reden über Inhalte. R2G-Aktivisten (von links) Stefan Liebich (Linke), Angela Marquardt (SPD), Agnieszka Brugger (Grüne), Frank Schwabe (SPD), Malte Spitz (Grüne) und Carsten Sieling (SPD)
Reden über Inhalte. R2G-Aktivisten (von links) Stefan Liebich (Linke), Angela Marquardt (SPD), Agnieszka Brugger (Grüne), Frank...Foto: dpa

R2G-Gruppe

„Der nette Herr Liebich“ – fast ist das schon so etwas wie ein geflügeltes Wort geworden. Und danach fällt meist der Satz: „Tja, wenn alle in der Linkspartei so wären ...“ Stefan Liebich, 41 Jahre, zum zweiten Mal in Pankow direkt als Bundestagsabgeordneter gewählt, ist einer der Protagonisten der R2G-Gruppe, die es schon seit 2008 gibt. Auch wenn sie zunächst – wegen des gleichnamigen Treffpunkts in einer Kneipe in Prenzlauer Berg – Walden-Connection hieß. Später dann Oslo-Gruppe, doch dort ist das linksreformerische Regierungsbündnis nun auch gescheitert. Es ist also nicht so leicht mit Rot-Rot-Grün, das weiß dieser Kreis am besten, selbst wenn die alten Herren Franz Müntefering und Oskar Lafontaine nichts mehr zu sagen haben. Liebich ist Sprecher des Reformerflügels „Forum demokratischer Sozialismus“ in der Linkspartei. Sein Name steht unter vielerlei Papieren zum Thema. „Das Leben ist bunter“ hieß eines 2010, gemeinsam verfasst mit Frank Schwabe (SPD) und dem heutigen Grünen-Fraktionschef Anton Hofreiter. Im Januar schrieb er zusammen mit Agnieszka Brugger von den Grünen einen Appell an die SPD. Auch die SPD, so der Tenor, müsse sich ändern, damit „eine friedensorientierte Außenpolitik eine wirkliche Chance“ hat. Die Strippenzieherin der R2G-Gruppe ist Angela Marquardt, früher mal PDS-Vize, inzwischen Sozialdemokratin, Mitarbeiterin von Andrea Nahles und Geschäftsführerin der „Denkfabrik“ in der SPD-Bundestagsfraktion, die im Juni ihr zehnjähriges Bestehen mit einem rot-rot-grünen Buffet feiern will. Marquardt ist bis heute bestens vernetzt in die Linkspartei, auch zu sogenannten „Playern“ wie dem Fraktionsvorsitzenden Gregor Gysi und seinem Stellvertreter Dietmar Bartsch. Um Spitzenleute wie die geht’s eigentlich, wenn die rot-rot-grüne Option eine reelle Chance bekommen soll. Das freundschaftliche Hinterzimmergespräch kann nur Vorarbeit sein. 

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