Mark Milde und Christian Jost im Interview : "Die Planung eines Marathons ist selbst ein Marathon"

Der Marathon in Berlin ist bereits in seinem 41. Jahr, zigtausende Läufer nehmen jedes Jahr daran teil. Im Interview verraten die beiden Organisatoren Mark Milde und Christian Jost, wie schwer es ist, so eine Großveranstaltung auf die Beine zu stellen und warum das fast schwieriger ist, als ihn zu laufen.

von und Michael Pöppl
Mark Milde und Christian Jost.
Mark Milde und Christian Jost.Foto: Thilo Rückeis

Herr Milde, Sie sind selbst ein erfahrener Langstreckenläufer. Was ist anstrengender: einen Triathlon zu bewältigen oder die Organisation eines Groß-Events wie des BMW Berlin-Marathons?
Mark Milde: Gute Frage. Ich glaube fast, dass es anstrengender ist, einen Marathon zu organisieren. Vor allem, wenn man bei Null beginnen müsste. Wir sind aber mittlerweile im 41. Jahr, von daher ist da jetzt schon ein gutes Stück Routine dabei. Aber dennoch gibt es jedes Jahr Dinge zu planen, die anders sind und viel Energie und Einsatz von uns fordern.

Was zum Beispiel?
MM: Ganz konkret waren das im vergangenen Jahr die neuen Sicherheitskonzepte, die wir nach den Anschlägen auf den Boston-Marathon entwickeln mussten. Jedes Jahr gibt es eine neue Herausforderung, die die Planung eines Marathons selbst zu einem Marathon werden lässt. Auch die Organisation braucht also den sprichwörtlichen langen Atem.

Gibt es dieses Jahr spezielle Herausforderungen?
MM: Also im Moment läuft es eher geschmeidig, wobei wir merken, dass es in den vergangenen Jahren für Veranstalter nicht einfacher wurde. Speziell mit unserem Triathlon, dem Ironman, den wir hier in der Stadt platzieren wollten, haben wir die Erfahrung machen müssen, dass nicht mehr jede neue Sportveranstaltung genehmigt wird. Angesichts des sowieso schon vollen Terminkalenders an öffentlichen Events ist es fast unmöglich, sie in die Innenstadt zu verlegen. Es ist uns im vergangenen Jahr nur mit Mühe gelungen, eine Strecke zu finden, nämlich auf dem Gelände des ehemaligen Flughafens Tempelhof. Eine neue Strecke, die den hohen Anforderungen genügt, konnten wir für dieses Jahr nicht finden, also mussten wir den Ironman absagen.

Laufen Sie auch, Herr Jost?
Christian Jost: Ich bin schon Langstrecken gelaufen, aber für mich wäre es eine ungleich höhere Anforderung, den Marathon selber zu laufen, als ihn zu organisieren. Da bin ich doch noch viele Kilometer davon entfernt.

Herr Jost, die SCC Events GmbH ist aus dem Sport-Club Charlottenburg entstanden, mit über 6000 Mitgliedern einer der größten Berliner Sportvereine. Was macht den SCC so erfolgreich?
CJ: Der Club selbst ist so erfolgreich aufgrund seiner breiten Aufstellung mit über 20 Abteilungen. Da ist alles dabei, von Handball, Fußball und sämtlichen Ballsportarten bis zur größten­ Leichtathletik-Abteilung Berlins mit über 1000 Mitgliedern. Die Masse macht es, allein im ­Jugendbereich wird ein sehr breites Spektrum an Sportarten abgedeckt. Und dann gibt es auch die sportlichen Erfolge: Die Volleyballer sind wiederholt Deutscher Meister geworden, wir haben Olympiasieger bei den Leichtathleten dabei und im Hockey sind die Nachwuchsspieler auch sehr erfolgreich. Da sieht man, dass die Erfolge ebenfalls breit gestreut sind. [...]

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