Bud Spencer : Ein Halleluja auf den Höllenhund

Mehr als nur ein "Haudrauf": Er schrieb Drehbücher, komponierte und sang neapolitanische Lieder. Bud Spencer wird heute 80 Jahre alt.

Paul Kreiner
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Jurist, Katholik, Schauspieler. Carlo Pedersoli, genannt Bud Spencer. Foto: ddpddp

Das Alter geht auch am schlagkräftigsten Vollbluthelden nicht spurlos vorüber. Achtzig Jahre wird Bud Spencer am Samstag, und die Beine, die ein Leben lang viel zu tragen hatten – schließlich galt die monumentale Statur, bei einem Kampfgewicht von gut 120 Kilo, schon immer als Markenzeichen des Kinostars –, die freuen sich heute über Stützen oder gar Räder. Als Kaiser Neros Prätorianer in „Quo Vadis“ hat der gebürtige Neapolitaner Carlo Pedersoli 1951 seine Kinokarriere begonnen. Für diese Komparsenrolle waren gut gebaute Männer gefragt, und Pedersoli als Profischwimmer, als Olympiateilnehmer und elfmaliger italienischer Meister im Freistil hatte die Statur dazu.

Die große Zeit des studierten Juristen begann aber erst 1967, als er bei den Dreharbeiten zum Italo-Western „Gott vergibt, wir beide nie!“ auf den zehn Jahre jüngeren Mario Girotti traf. Als Bud Spencer und Terence Hill mischten die beiden Italiener die Szene der Spaghetti-Western auf, und weil sie im Gespann über ein umwerfendes komödiantisches Talent verfügten, gelangen ihnen geradezu historische Parodien: „Vier Fäuste für ein Halleluja“ oder „Zwei Himmelhunde auf dem Weg zur Hölle“ beispielsweise – unter insgesamt 17 gemeinsamen Filmen, die zum Teil zweifach ins Kino gelangten: als Western und dann, mit neuen Dialogen, als ihre eigene Parodie.

Spencer gab den phlegmatischen, bärbeißigen Haudrauf mit dem selig-naiven Kinderlächeln und dem goldenen Herzen; Hill, das war der Agile, Drahtige mit den stahlblauen Augen. Spencer beklagte lange Zeit, sie seien von der einheimischen Kritik einfach nicht beachtet worden: „Trotz unserer großen Erfolge – in Italien existieren wir einfach nicht.“ Die Auszeichnungen, die in Italien auf sich warten ließen – erst 2007 rang sich das Kinofestival von Venedig zu einer Retrospektive durch – die gab es dafür im Ausland. 1979 zum Beispiel erhielt Bud Spencer den Jupiter-Preis als beliebtester Kinostar Deutschlands.

Doch Pedersoli war nicht nur auf der Leinwand aktiv: Er schrieb Drehbücher, komponierte und sang neapolitanische Lieder, er erfand die Einmalzahnbürste mit integrierter Zahnpasta und gründete – als begeisterter Hubschrauber- und Jetpilot – die Luftfahrtgesellschaft „Mistral Air“, welche heute im Besitz der italienischen Post und im Auftrag des Vatikans ihr Geschäft mit Pilgerreisen macht.

Dem Gründer ist das nicht unrecht. Pedersoli bezeichnet sich als konservativer, aktiver Katholik und sagt: „Heute haben Scheidung und Abtreibung die Familie zerstört.“

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