"Es hat unheimlich gescheppert" : Erdbeben in Südhessen beschädigt 35 Häuser

In Südhessen hat am Samstagabend die Erde gebebt. Verletzt wurde offenbar niemand, doch viele Anwohner sind erschrocken.

Feuerwehreinsatz in Nieder-Beerbach.
Feuerwehreinsatz in Nieder-Beerbach.Foto: dpa

Ein Erdbeben hat am Samstagabend in Südhessen für Aufregung gesorgt. Schäden wurden vor allem aus Nieder-Beerbach gemeldet, einem Ortsteil der Gemeinde Mühltal im Kreis Darmstadt-Dieburg. Dort wurden nach ersten Erkenntnissen der Feuerwehr 35 Häuser beschädigt. „Vorwiegend Risse irgendwo im Gebäude und Schornsteingeschichten“, schilderte Feuerwehrsprecher Marcus Bauer. Ortsvorsteher Willi Georg Muth sagte: „Es hat schon unheimlich gescheppert, weil sich der Boden etwas gehoben hat. Dadurch sind die heftigen Schäden entstanden.“ Verletzt wurde nach ersten Erkenntnissen niemand.

Nach Angaben eines Polizeisprechers in Darmstadt war die gegen 18.46 Uhr registrierte Erschütterung in einem relativ großen Gebiet zu spüren. Es habe „massenhaft Anrufe“ gegeben, von der Bergstraße bis in den Odenwald hinein sei die Erschütterung bemerkt worden, unter anderem in Erbach und Griesheim. „Hier im Präsidium hat es auch gerumpelt.“ In der Einsatzzentrale seien schätzungsweise 100 Anrufe eingegangen.

"Die Leute waren beunruhigt"

Das Beben habe ersten Erkenntnissen zufolge die Stärke 3,6 bis 4,4 gehabt, berichtete die Polizei. „Verschiedene Institute geben in ihren Meldungen unterschiedliche Stärken an.“ Aus anderen Bereichen seien keine Schäden mit diesem Ausmaß gemeldet worden.

In Darmstadt rückte die Feuerwehr nach Angaben eines Sprechers aus, weil die Spitze eines Kamins abzustürzen drohte. Zudem sei in einer Wohnung in einer Wand ein Setzriss registriert worden. „Die Leute waren beunruhigt, weil es gewackelt und gezittert hat“, sagte er.

In Nieder-Beerbach waren etwa 100 Einsatzkräfte von Feuerwehr und THW im Einsatz, unter anderem um Schäden zu sichten oder Gefahrenstellen zu beseitigen. „Es sind etliche Schornsteine abgetragen worden, mehr als zehn“, berichtete Ortsvorsteher Muth. Den Menschen steckte der Schreck noch in den Knochen. „Ich wollte gerade unter die Dusche, da tut es einen Schlag, man hat gedacht, das Haus bricht zusammen, sagte die 60-jährige Ingrid Muth. „Sowas habe ich noch nicht erlebt.“ Bereits Ende März war ein leichtes Beben von der Stärke 3,2 in Südhessen registriert worden. Hinweise auf größere Sach- oder Personenschäden gab es damals nicht.

"Wer rechnet mit sowas?"

Nach dem Erdbeben seien viele Menschen erschrocken, sagte Ortsvorsteher Willi Georg Muth. „Wer rechnet mit sowas?“ Und er wies darauf hin, dass das letzte Beben erst Ende März in der Region registriert worden war.
Damals allerdings war der Ort weitgehend verschont geblieben.

Die Feuerwehr hat unterdessen die größten Schäden beseitigt. „Aus unserer Sicht ist erstmal alles getan“, sagte Feuerwehrsprecher Marcus Bauer. Alles Weitere müssten die betroffenen Anwohner mit Bausachverständigen klären. „Wir bauen nach und nach unsere Zelte ab“, sagte Bauer. Verletzt wurde bei dem Beben niemand. (dpa)

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