Gemeinsame Bestattung von Mensch und Tier : Mit dem Herrchen beigesetzt

Auf eigenen Friedhöfen in Koblenz und Essen mit dem Namen "Unser Hafen" können sich Menschen gemeinsam mit Tieren beerdigen lassen. Weitere Standorte sind geplant. In Brasilien bietet ein Friedhof Gräber für Fettleibige an.

Das Grab eines Hundes. In Essen und Koblenz können sich Mensch und Tier ab sofort gemeinsam beerdigen lassen.
Das Grab eines Hundes. In Essen und Koblenz können sich Mensch und Tier ab sofort gemeinsam beerdigen lassen.Foto: dpa

Ab sofort können sich Menschen gemeinsam mit ihrem Haustier bestatten lassen. Dabei werden auf eigenen Friedhöfen mit dem Namen "Unser Hafen" die Urnen von beiden im gleichen Grab beigesetzt, teilte die Deutsche Friedhofsgesellschaft am Dienstag in Essen mit. Möglich seien hier nur Urnengräber. Im Juni sollen die ersten dafür ausgewiesenen Friedhöfe in Braubach bei Koblenz und in Essen eingeweiht werden. Weitere Standorte seien in Vorbereitung.

"Nachdem wir immer wieder auf einen gemeinsamen Friedhof von Mensch und Tier angesprochen wurden, haben wir uns nun entschlossen, diesen ungewöhnlichen und innovativen Schritt zu gehen", sagte die Leiterin der Friedhofsverwaltung "Unser Hafen", Judith Könsgen. Mit dem neuen Angebot könnten Haustierhalter nun für eine gemeinsame Bestattung vorsorgen. Zudem stünden heute in vielen Haushalten bereits Tierurnen, für deren letzte Ruhestätte es nun einen geeigneten Ort gebe. Auch wenn die Urnen in einem Grab vereint würden, erfolgten Überführung und Einäscherung immer streng getrennt nach Mensch und Tier, unterstrich die Friedhofsgesellschaft.

Gerade für ältere Menschen sei heute oft das Tier der einzig verbleibende treue und nahe Begleiter. "Da kann die Aussicht, den letzten Weg gemeinsam zu gehen, etwas sehr Tröstliches sein", so Könsgen. Möglicherweise gelinge es durch den Friedhof "Unser Hafen" sogar, sich dem aus unserem modernen Leben verdrängten Thema Tod und Sterben neu zu nähern.

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Friedhof in Brasilien reagiert auf zunehmendes Übergewicht im Land

Während man in Deutschland also an die Verbundenheit nach dem Tod mit den Haustieren denkt, gibt es in Brasilien in Sachen Bestattung ganz andere Probleme: Mit Gräbern in Übergröße reagiert ein brasilianischer Friedhof auf die zunehmende Fettleibigkeit in dem südamerikanischen Land. Die Ruhestätten böten Platz für Tote mit einem Gewicht von bis zu 500 Kilogramm, sagte der Verwalter des Penitência-Friedhofs im Hafenbezirk von Rio de Janeiro, Alberto Júnior Brenner, am Montag dem Onlineportal "G1". Die Gräber sind demnach 2,60 Meter lang, 1,30 Meter breit und 60 Zentimeter tief - und kosten umgerechnet knapp 22.500 Euro.

"Brasilien wird zu einem Land der Fettleibigen", sagte Brenner. Nach Angaben des Gesundheitsministeriums sei ihre Zahl im zurückliegenden Jahrzehnt um rund 50 Prozent gestiegen. Die Zahl der Übergewichtigen stieg im selben Zeitraum um 23 Prozent. "Der Penitência-Friedhof will auf diese Entwicklung reagieren", sagte Brenner.

Als übergewichtig gilt ein Mensch, dessen Body-Mass-Index - also das Verhältnis von Körpergröße zu Gewicht - den Wert von 25 übersteigt. Liegt dieser Index bei über 30, ist die Rede von Fettleibigkeit. Der Index berechnet sich aus dem Gewicht in Kilogramm, geteilt durch die Größe in Metern im Quadrat.

Brasilien startete vor gut zwei Jahren eine Kampagne zur Bekämpfung von Fettleibigkeit und Übergewicht. Die Behörden gehen davon aus, dass die Behandlung von damit verbundenen Erkrankungen das Gesundheitssystem des Landes mit umgerechnet mehr als 220 Millionen Euro pro Jahr belastet. Ein Ziel der Kampagne ist, den Verzehr von Zucker und Salz zu reduzieren. (kna, AFP)

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